Erschienen in Ausgabe 5-2016Märkte & Vertrieb

Neuer Branchenprimus in Spanien

Bancassurance-Versicherer VidaCaixa überholt Mapfre beim Prämienvolumen mit 30-prozentigem Wachstumsschub

Von Rolf EngelhardtVersicherungswirtschaft

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Paukenschlag in der spanischen Assekuranz. Der Versicherer VidaCaixa ist mit einem Prämienvolumen von 7,2 Mrd. Euro der neue Branchenprimus unter den führenden Versicherungsgruppen des Landes. Das zeigen die gerade veröffentlichten Zahlen des Forschungsinstituts Icea zum Geschäftsjahr 2015. Der Vorjahreszweite verdrängt mit einem spektakulären Wachstum von 29,8 Prozent und einem Marktanteil von 12,6 Prozent den traditionellen Marktführer Mapfre auf den zweiten Rang.
VidaCaixa ist ein Bancassurance-Versicherungsunternehmen und gehört zur CaixaBank, einer der führenden Bankengruppen des Landes. Der Erfolg ist umso bemerkenswerter, wenn man einen Blick auf die Marktsegmente wirft, in denen beide Gesellschaften aktiv sind. „VidaCaixa hat Mapfre von der Führungsposition verdrängt, obwohl wir ausschließlich in der Lebensversicherung aktiv sind“, heißt es von der VidaCaixa stolz. Das bedeutet, dass die Gesellschaft alleine aus der Lebensversicherung heraus mehr Prämienvolumen generiert, als jedweder anderer Wettbewerber mit seinem gesamten Versicherungsgeschäft.
Die Gründe für die neue Führungsposition sieht die Gesellschaft in ihrer Unternehmensstrategie, auf langfristiges Vorsorgesparen und Rentenpolicen zu setzen. „Das ist eine langfristige Entwicklung mit großen Wachstumschancen und der potenzielle Markt ist fünfmal größer als in der Gegenwart“, sagt der CEO und Vizepräsident von VidaCaixa Tomás Muniesa. „Die Kürzungen bei der staatlichen Rente wird die Anzahl der Privatkunden auf der Suche nach privaten Altersvorsorgeinstrumenten erhöhen und zur Absicherung dieses Vorsorgebedarf sind wir da“, ergänzt er.

Policenverkauf über den Bankschalter

Ganz anders entwickelt sich die Situation aus Sicht der Mapfre, die seit Jahrzehnten den spanischen Versicherungsmarkt dominiert hatte. Während bei VidaCaixa die Prämien­einnahmen um fast ein Drittel zulegten, musste der ehemalige Marktführer einen Beitragsrückgang um 11,7 Prozent auf 6,4 Mrd. Euro im vergangenen Geschäftsjahr hinnehmen. Der Marktanteil der Mapfre sank damit auf 11,3 Prozent. Sie bleibt mit ihrem weltweiten Beitragsaufkommen von 22,3 Mrd. Euro zwar weiterhin die mit Abstand größte Versicherungsgruppe aus Spanien, doch die prestigeträchtige Führungsposition im Heimatmarkt ist verloren gegangen. Nach außen zeigt sich der Konzernriese unbeeindruckt. „Es ist wahr, dass wir unsere Führungsposition in Spanien verloren haben, aber das beunruhigt uns keineswegs“, sagt der Präsident der Mapfre-Gruppe Antonio Huertas…