Erschienen in Ausgabe 5-2016Märkte & Vertrieb

Wohngebäudeversicherung in der Performance-Analyse

Nachhaltige Profitabilisierung bleibt eine kontinuierliche Aufgabe von Produkt- und Vertriebsmanagement

Von Jörg HodannVersicherungswirtschaft

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Seit Jahren stecken die Wohngebäudeversicherer in den roten Zahlen. Ein kleiner Lichtblick war da das Jahr 2014, das aus versicherungstechnischer Ergebnissicht für die Schaden-/Unfallversicherer mit einer Combined Ratio (CR) von 94,6 Prozent das Beste der letzten fünf Jahre war. Ursächlich dafür ist sicher ein Jahr ohne größere Elementarereignisse. Aber auch Bestandssanierungen, auskömmlicher kalkulierte Neuprodukte und professionalisiertes Schadenmanagement durch die Versicherer sind Erfolgstreiber. All diese Aktivitäten wurden auch in der Wohngebäudeversicherung vorangetrieben. Trotzdem verzeichnet die Branche mit einer CR von 101,8 Prozent in dieser Sparte weiterhin technische Verluste. Die Ergebnisse der einzelnen Anbieter stellen sich dabei sehr unterschiedlich dar, sodass der Eindruck unterschiedlich konsequenten Managements entsteht. Die durchgeführte Geschäftsdatenanalyse von 67Rockwell Consulting verdeutlicht dies.
Es wurden die Geschäftsberichtsdaten von 82 Versicherern zugrundegelegt. Aus den aggregierten Daten ergibt sich, dass die Anzahl der Wohngebäudeversicherungen im Schnitt der vergangenen zehn Jahre um durchschnittlich 0,6 Prozent pro Jahr gestiegen ist. Die Beitragseinnahme legte im gleichen Zeitraum sogar um 1,8 Prozent pro Jahr zu. Daraus ergibt sich, dass der Durchschnittsbeitrag ebenfalls zugelegt haben muss. Dieser stieg von 206 Euro 2005 auf 305 Euro 2014 – dies sind pro Jahr durchschnittlich 4,4 Prozent mehr. Dagegen ist der Gleitende Neuwertfaktor nur um 2,3 Prozent pro Jahr gestiegen. Die Differenz ergibt sich aus ertragreicher kalkulierten Produkten im Neugeschäft sowie Vertragsumstellungen im Bestand.

Über die Hälfte der VGV-Anbieter hat ein Ertragsproblem

Die 82 Anbieter wurden zur Analyse in vier Erfolgscluster nach Ertrag und Beitragswachstum segmentiert. Die Winning Group ist aus ertragsstarken Versicherern mit überdurchschnittlichem Wachstum zusammengesetzt. In der Profit Group befinden sich ertragsstarke Versicherer mit unterdurchschnittlichem Wachstum. Die Growing Group bilden Versicherer, die zu Lasten des Ertrags überdurchschnittlich wachsen. Die Underperforming Group erzielt negative Ergebnisse auf beiden Erfolgsdimensionen.
Die Trennlinie für Ertrag liegt bei einer Ziel-CR von 96 Prozent, damit die Sparte einen Mindest-Beitrag zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung und zur Verzinsung des Eigenkapitals leistet.
Bezüglich des Beitragswachstums wurde die Trennlinie bei 5,9 Prozent gezogen. Dies ist das durchschnittliche…