Erschienen in Ausgabe 5-2016Unternehmen & Management

Nürnberger: Stabile Beitragseinnahmen – weniger Neugeschäft in allen Sparten

Von Reinhold MüllerVersicherungswirtschaft

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Bei den Beitragseinnahmen im Versicherungsgeschäft hat die in Deutschland und Österreich tätige Nürnberger Versicherungsgruppe 2015 nahezu wieder das Vorjahresergebnis erreicht. Der gesamte Konzernumsatz, in den auch die Zahlen der Fürst Fugger Privatbank AG einfließen, verminderte sich nur leicht um 2,2%, und mit ihrem Konzernergebnis liegt sie etwas über dem Niveau des Jahres 2013 und „sehr nah an unserer letztjährigen Prognose“, wie es im Geschäftsbericht heißt. Der hohe Gewinn des Gj. 2014 war insbesondere durch Sondererträge aus dem Verkauf der Schweizerischen National-Versicherungsgesellschaft AG sowie durch einen Besserungsschein aus der Veräußerung von Anteilen an der CG Car-Garantie Versicherungs-AG bedingt gewesen. An ihre Aktionäre will die Nürnberger Beteiligungs-AG daher eine unveränderte Dividende von drei Euro ausschütten.
Im Detail zeigt der Geschäftsbericht allerdings auf, dass auch 2015 für den Konzern ein schwieriges Geschäftsjahr war. Positiv überrascht hat nämlich nur das Geschäftsfeld Bankdienstleistung. Zwar ließ das Zinsumfeld die Erträge auch dort im Vorjahresvergleich auf 10,6 (11,5 ) Mio. Euro zurückgehen, aber die Provisionserlöse legten auf 38,3 (32,1) Mio. Euro zu und das Segmentergebnis hat sich von 3 Mio. Euro auf 6,6 Mio. Euro mehr als verdoppelt. Damit übertraf es die Erwartungen weit.
Das stellt sich im Versicherungsgeschäft ganz anders dar. Dort verminderten sich die insgesamt verdienten Beiträge zwar nur um 0,9 Prozent, aber die Neu- und Mehrbeiträge gingen über alle Sparten hinweg auf 511,4 (642,4) Mio. Euro zurück und der Versicherungsbestand im selbst abgeschlossen Geschäft sank auf 5,9 (6) Mio. Verträge. Im Geschäftsbereich Lebensversicherung schrumpften die Neubeiträge von 537,2 Mio. Euro auf 416,1 Mio. Euro, wobei sie bei den Einmalbeiträgen um 23,7% zurückgingen und bei den laufenden Beiträgen um 20,8%. Zurückgeführt wird dieser unerwartet starke Rückgang auf die „zeitnahe Umsetzung des Lebensversicherungsreformgesetzes im Hinblick auf die Vergütungsvereinbarungen mit Vertriebspartnern“. In der Krankenversicherung gingen die Neubeiträge auf 8 (9,3) Mio. Euro zurück, nachdem hier der Bestand an Verträgen zwar dank der Zusatzversicherungen von 309.700 auf 326.400 anwuchs, aber jener der Vollversicherten weiter zurückging. In der Schaden- und Unfallversicherung, bei der im Berichtsjahr nach der Neustrukturierung des Vertriebs eigentlich bereits ein deutlicher Zuwachs der Neu- und Mehrbeiträge erwartet worden war…