Erschienen in Ausgabe 4-2016Unternehmen & Management

A little more Action, please

Stress und Bewegungsmangel sind die zentralen Risikofaktoren für die Gesundheit von Managern

Von Prof. Dr. Ingo FroböseVersicherungswirtschaft

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Für Führungskräfte in unserer globalisierten Welt spielen widrige Umstände wie das Heben schwerer Lasten, Belastungen durch Luftverschmutzung oder Lärm zwar keine Rolle mehr, dennoch sind sie in ihrem Berufsalltag nicht weniger gesundheitsschädlichen Faktoren und Rahmenbedingungen ausgesetzt. Stress und Bewegungsmangel stehen auf der täglichen Agenda und fordern die Gesundheit von Leadern stets aufs Neue heraus. In Führungspositionen ist es deshalb umso wichtiger, nicht nur mit gutem Vorbild für die Mitarbeiter voranzugehen, sondern gleichzeitig die eigene Gesundheit wichtig zu nehmen, um leistungsstark und innovationsfähig zu bleiben.
Betrachtet man den Arbeitsalltag von Führungskräften einmal näher, stellt Stress innerhalb unserer modernen Lebens- und Arbeitswelt ein nahezu omnipräsentes Thema dar: die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihn als die größte Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhunderts bezeichnet. So leiden 32 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung häufig oder gar ständig unter Stress. Um im Spannungsfeld von Kostenkonkurrenz und Innovationsdruck bestehen zu können, sind die Führungskräfte diejenigen, die Veränderungsprozesse in Unternehmen vorantreiben und auch Kreativität sowie Kompetenzentwicklung zu ihren Daueraufgaben zählen – neben dem Termin- und Leistungsdruck des operativen Tagesgeschäfts versteht sich. Vielzählige Überstunden und zu geringe Regenerationszeiten sind also vorprogrammiert. Dies belegen die Innovationsforscher des IAI und Gesundheitsexperten der Kliniken Essen-Mitte im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojektes (PräGO).

Risikofaktor Dauerstress

24 Prozent der befragten Führungskräfte weisen demnach eine starke „vitale Erschöpfung“ auf. Dabei äußert sich vitale Erschöpfung insbesondere durch Müdigkeit, Energiemangel und Entmutigung und geht mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte einher. 48 Prozent zeigen eine „mittlere Erschöpfung“, weitere 28 Prozent liegen im „grünen Bereich“. Die Folgen für Führungskräfte und Unternehmen können gravierend sein. Denn bei anhaltender Dauerbelastung im Arbeits- und Lebensalltag werden ernsthaften Erkrankungen wie beispielsweise Tinnitus, Rückenbeschwerden oder Magen- und Herz-Kreislaufproblemen der Weg geebnet. Zu den klassischen stressbedingten gesundheitlichen Einschränkungen zählen ebenso jene auf psychischer Ebene wie Bournout, Depression und Ängste.
Es ist innerhalb unserer nun sechs Millionen Jahre fortlaufenden Evolution…