Erschienen in Ausgabe 4-2016Köpfe & Positionen

Smarte Maschinen und clevere Manager

Allianz auf dem Weg zum digitalen Kulturwandel

Von Wolfgang OtteVersicherungswirtschaft

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Der Talk fand an einem Ort statt, der passender hätte nicht sein können: Anlässlich der Cebit in Hannover, der weltgrößten IT-Messe, tauschten sich Allianz-Vorstandsvorsitzender Oliver Bäte und Telekom-Chef Timotheus Höttges öffentlich über das Thema „Digitalisierung der Kundenschnittstellen“ aus. Das deutsche Telekommunikations-Unternehmen ist Kooperationspartner des Versicherungsriesen. Ohne Digitalisierung geht künftig auch in der Versicherungswirtschaft nichts mehr, lautete die fast schon euphorisch vorgetragene Meinung der beiden CEOs. „Digitalisierung wird unsere Lebensqualität deutlich verbessern“, prognostizieren die Topmanager.

Hohe Papierproduktion

Dass die Allianz Wege zur Nutzung der neuen Techniken nicht revolutionär, sondern eher evolutionär gehen werde, weiß Bäte. Die moderne Technologie würde Dinge erlauben, die früher unmöglich waren. Bisher wurde zum Beispiel sehr viel Papier verarbeitet. Alleine im letzten Jahr habe die Allianz in Deutschland 100 Millionen Briefe verschickt. „Das ist in Zukunft nicht mehr nötig. Hier wollen wir uns verändern“, gab der Manager zu verstehen. „Nach 125 Jahren kann die Allianz noch näher in Kontakt mit ihren Kunden kommen und diese gemeinsam mit den Vertriebspartnern besser betreuen.“ Das sei die Chance, mehr Zufriedenheit beim Kunden zu erzeugen.
Indes räumte Bäte ein, dass jede Art von Veränderung, die einem Kulturwandel gleichkomme, schwer falle. Die Versicherungswirtschaft sei bisher nicht gerade durch viele Innovationen bekannt. Als besonders wichtig wertete er daher die Notwendigkeit, den Kulturwandel gerade im Management voran zu bringen sowie bei denen, die die Produkte entwickelten und in der IT. Der CEO würdigte auch die Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom: Die Kooperation biete die Möglichkeit, gemeinsam Mehrwert zu schaffen. Bäte forderte insbesondere die Regulatoren, den neuen Weg zu unterstützen. „Das viele Papier verschicken wir ja nicht, weil wir das wollen, sondern weil Vorschriften das verlangen.“ Er appellierte an die Politiker, hier nach Lösungen zu suchen. „Wir möchten viel lieber Zeit verbringen für Beratung und neue technische Errungenschaften. Die Zukunft macht uns schneller, besser und effizienter.“ Der Allianz-Chef betonte, dass bei Digitalisierungsvorhaben immer der erste Schritt die Klärung der Frage sein müsste, was das Anliegen des Kunden sei. Erst danach komme die Technik, der Business-Case und alles, was damit zusammenhänge, ins Spiel. Zudem sprach der Manager über die…