Erschienen in Ausgabe 4-2016Märkte & Vertrieb

Die Preisgünstigen gewinnen

Von dem Preisanstieg seit 2010 haben vor allem die kostengünstigen Kfz-Haftpflichtversicherer profitiert

Von Christoph BaltzerVersicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.
Der Kfz-Versicherungsmarkt scheint seinen Zenit erreicht zu haben. Seit 2011 steigen die Preise in der wichtigsten Sparte der Schadenversicherer. Im Jahr 2013 und 2014 lag das Beitragswachstum im Markt deutlich über fünf Prozent. Doch die Monatsstatistiken von Check24 zeigen, dass jetzt das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Im August 2015 lag die Durchschnittsprämie in der Kfz-Haftpflichtversicherung erstmals seit Jahren unter dem Vorjahr. Doch im November fielen die Preise nicht so stark wie in den Vorjahren, sodass die KH-Prämie im November leicht über dem Vorjahresniveau lag. Die E+S Rück ging im Oktober davon aus, dass die Durchschnittsprämie in diesem Jahr noch um ein Prozent ansteigen wird, nach einem Plus von 1,5 Prozent im Jahr 2015.
Doch der Blick auf das Geschäftsjahr 2014 zeigt, dass die Qualität des Geschäfts bereits abnimmt. Die Schadenquote steigt um 0,9 Prozentpunkte (Tabelle), die Schwankungsrückstellungsquote sinkt um 3,4 Prozentpunkte auf 32,9 der Nettoprämie und auch der Saldo aus Beiträgen und Schäden der Rückversicherer sinkt. Im Jahr 2014 überholt die Kravag die Konkurrenten von Generali und Ergo, die Huk24 lässt die AachenMünchener hinter sich. Mit insgesamt zehn Millionen Kfz-Haftpflichtversicherungen im Bestand ist die Huk einsamer Marktführer. Konkurrent Allianz verliert im Jahr 2014 mehr als 100.000 Verträge und versichert nur noch 7,8 Millionen Autos. Die Münchener gehören zu den Verlierern der starken Marktphase von 2010 bis 2014. Ende 2014 hatten die Allianzer noch 8,15 Millionen Fahrzeuge in ihrem Bestand. Die hohen Zuwächse bei der Allsecur können die Verluste beim Mutterunternehmen nicht kompensieren.
Die Huk wächst von 2010 bis 2014 von 8,47 Millionen auf zehn Millionen Verträge, das entspricht einem Wachstum um 17,6 Prozent. Auch die R+V (mit allen Gesellschaften) und LVM legen in diesem Zeitraum zu. Mit etwa zehn Prozent ist das Vertragswachstum bei den beiden Gesellschaften aber etwas niedriger als bei der Huk. Alle drei Gesellschaften haben eines gemeinsam: Sie arbeiten überdurchschnittlich kostengünstig. Das Internet bringt den Preisvorteil offensichtlich jetzt richtig zur Geltung. Die Direktversicherer Direct Line (von 414 auf 621 Tsd. Verträge gewachsen) und Europa (von 264 auf 355 Tsd.) gehören zu den Profiteuren des Preisanstiegs. Autofahrer werden auf die preiswerten Versicherer vor allem dann aufmerksam, wenn es für sie teurer wird. Unter den Direktversicherern büßt allein die DA Direkt ein. ba

Kennzahlen der