Erschienen in Ausgabe 4-2016Märkte & Vertrieb

Lokale Lösung für globalen Player

Philippe Donnet rückt an die Spitze des Generali-Konzerns

Von Ingo-Michael FethVersicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.
Einen guten Monat nach dem vorzeitigen Abgang des früheren Generali-Chefs Mario Greco, der als CEO zur Zurich-Gruppe wechselte, hat der Generali-Konzern seine neue Führung gefunden. An die Spitze rückt als Vorstandsvorsitzender der bisherige Italien-Chef des Versicherungsriesen, der 56-jährige Philippe Roger Donnet. Er wird künftig von Albero Minali flankiert, der vom Chief Financial Officer zum Generaldirektor der Generali aufrückt.
Die Entscheidung für eine hausinterne Lösung hatte sich bereits abgezeichnet, obwohl die Headhunter-Agentur Russel Reynolds mit der Führungssuche beauftragt worden war. Am Ende setzte sich jedoch der Hauptaktionär der Gruppe – die italienische Investmentbank Mediobanca – mit ihren Vorstellungen durch, die auf Kontinuität des von Greco in den letzten Jahren eingeschlagenen Kurses der Konsolidierung und Rückbesinnung auf das Versicherungsgeschäft abzielten. Donnet, gebürtiger Franzose und Absolvent der renommierten Pariser Ecole Polytechnique, steht seit 2013 in Diensten des Triester Versicherers. Zuvor war er lange in verschiedenen Führungspositionen innerhalb der Axa-Gruppe tätig. Die Finanzmärkte nahmen die Nachricht positiv auf – die Kurse des wichtigsten italienischen Versicherers an den Handelsplätzen stiegen an.

Stabile Regierung

Die Meinungsverschiedenheiten zwischen Italien und Deutschland, aber auch zwischen Rom und der EU-Kommission in Brüssel bleiben auch nach dem kürzlichen Besuch von Premier Matteo Renzi bei Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin sowie dem Besuch von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker in Rom bestehen. In der medialen Öffentlichkeit Italiens zählen nicht die Loblieder in den deutschen Zeitungen wie der FAZ oder Welt auf die Ergebnisse des Besuchs Renzis bei der deutschen Kanzlerin Merkel, von der „versöhnlichen Atmosphäre“ oder der „Demonstration der Einigkeit“, sondern was die eigenen Zeitungen schreiben. In den Wochen vorher hatte der italienische Premier der EU-Kommission vorgeworfen, Italien wie eine Provinz zu behandeln und kleinliches und kurzsichtiges „Nullkomma“-Denken zu praktizieren. Tatsächlich richtete sich das gegen den Budget-Rigorismus Wolfgang Schäubles.
Auch wenn die Kritik an der angeblichen „deutschen EU-Vorherrschaft“ jetzt ausgeklammert wurde: Vieles wird in Rom weiter anders gesehen, wie ein Blick in die Presse zeigt. Das Nachrichtenmagazin Espresso schrieb, bezüglich der „Migranten, der Flexibilität zu den EU-Vorgaben und der Sanktionen gegen Rußland“ bestünden weiter…