Erschienen in Ausgabe 3-2016Trends & Innovationen

Schaden-Prisma Februar 2016

Von Julia KolhagenVersicherungswirtschaft

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Schaden-Prisma Februar 2016

Bei dem schweren Zugunglück bei Bad Aibling kamen elf Menschen ums Leben, 85 wurden verletzt. Der Gesetzgeber sieht im Falle eines Eisenbahnunglücks eine gesamtschuldnerische Haftung des Verkehrsunternehmens und des Infrastrukturunternehmens vor. Im aktuellen Fall hat HDI Global die federführende Regulierung übernommen.
Elf Tote und 85 Verletzte, das ist die traurige Bilanz des schweren Zugunglücks in der Nähe des bayerischen Kurorts Bad Aibling. Am 9. Februar waren auf dem eingleisigen Streckenabschnitt zwischen Holzkirchen und Rosenheim zwei Regionalzüge bei etwa Tempo 100 frontal zusammengestoßen.
Wie die Deutsche Bahn (DB) in einer Presseinformation erklärte, sieht der Gesetzgeber im Falle von Eisenbahnunglücken eine gesamtschuldnerische Gefährdungshaftung des Eisenbahnverkehrsunternehmens (in diesem Fall der Bayerischen Oberlandbahn) und des Eisenbahninfrastrukturunternehmens (die DB Netz AG) vor. Hierbei gehe es zunächst nicht um die Frage des Verschuldens, sondern um eine schnelle Entschädigung für Opfer und Hinterbliebene. Bei der Regulierung von Ansprüchen stimmen sich die Eisenbahnunternehmen darüber ab, wer im konkreten Fall die Federführung übernimmt. Im Falle von Bad Aibling übernimmt die Bayerische Oberlandbahn diese Aufgabe. Haftpflichtversicherer der Bayerischen Oberlandbahn, bzw. ihrer Muttergesellschaft Transdev, ist die HDI Global. Sie kommt jetzt zunächst für die Personen- und Sachschäden auf, die bei dem Unglück entstanden sind. So zahlte der Versicherer einen ersten Vorschuss von 21.000 Euro. „Diese Vorschüsse dienen dazu, finanzielle Engpässe infolge des Unglücks bei den Opfern oder ihren Angehörigen zu vermeiden“, erklärt ein Sprecher der HDI Global gegenüber Versicherungswirtschaft: „Die abschließenden Schadensersatzleistungen werden dann erst im Nachgang ermittelt. Diese Leistungen richten sich am Ende immer ganz individuell nach den konkreten Verhältnissen im Einzelfall.“ Um die schnelle Regulierung zu gewährleisten, habe man extra ein Team erfahrener Regulierer zusammengestellt. Zudem stellt HDI bei Bedarf den Kontakt zu Reha-Dienstleistern und zu erfahrenen ärztlichen Case-Managern her. Der Sprecher betont: „Allen Beteiligten war wichtig, dass sich die offene Klärung der Letzverantwortlichkeit zu keinem Zeitpunkt negativ für die betroffenen Fahrgäste und Hinterbliebenen bemerkbar machen soll.“ Mittlerweile steht fest, dass ein fataler Fehler des 39-jährigen Fahrdienstleisters zu dem schrecklichen…