Erschienen in Ausgabe 3-2016Märkte & Vertrieb

Zwischen Rhein und Ruhr pocht es

Versicherer befördern den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen zu neuer Stärke

Von Uwe Schmidt-KasparekVersicherungswirtschaft

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Nordrhein-Westfalen ist das Land an Rhein und Ruhr, zwischen Münster und Bonn, mit rund 17,6 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Bundesland. Von einem industriellen Kern geprägt hat es heute den Strukturwandel von der traditionellen „Kohle und Stahl“-Heimat zu einem breit aufgestellten Handels- und Dienstleistungsplatz abgeschlossen. 73 Prozent der Bruttowertschöpfung werden mittlerweile im tertiären Sektor erwirtschaftet, berichtet das Wirtschaftsforschungsunternehmen Prognos. Das Bundesland bildet die strategische Brücke zwischen Produktions-, Dienstleistungs- und Wissenschaftslandschaft.

Versicherer als „Enabler“ wirtschaftlicher Prozesse

Für die Versicherer ist NRW längst zu einem zentralen Knotenpunkt geworden. Alleine in Köln, Düsseldorf, Münster und Dortmund sind nach Angaben des Arbeitgeberverbandes der Versicherer (AGV) zusammen mehr als 50.000 Arbeitnehmer beschäftigt. Insgesamt arbeiten 26,1 Prozent aller deutschen Versicherungsbeschäftigten in diesem Bundesland. Unternehmen wie die Axa oder die Gothaer haben ihr Headquarter in Köln, ab 2018 zieht es auch die Zurich Deutschland in die Domstadt. In der Landeshauptstadt Düsseldorf sind mit dem internationalen Ergo-Konzern, der Provinzial Rheinland und dem Rechtsschutzversicherer Arag gleich drei Akteure beheimatet. In Münster befindet sich die Zentrale der LVM Versicherung und mit der Westfälischen Provinzial ein wesentlicher Teil des Provinzial NordWest Konzerns. Auch in Dortmund sind mit der Signal-Iduna Gruppe und dem Volkswohlbund gleich zwei Chefetagen der deutschen Versicherungswirtschaft vertreten. Der Krankenversicherer Barmenia hat Wuppertal als Domizil gewählt. „Die Versicherungswirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Nordrhein-Westfalen. Sie ermöglicht und erleichtert wirtschaftliche Prozesse“, erklärt Petra Wassner, Chief Executive Officer von NRW Invest (siehe Interview Seite 28). Das geht los bei der Übernahme von Haftungs-, Sach- und technischen Risiken und setzt sich fort bei der Absicherung von Investitionen. Zudem übernimmt sie Transport- und Kreditrisiken.“ Die Bruttowertschöpfung der Finanz- und Versicherungsdienstleister liegt in NRW bei rund 22 Mrd. Euro.
Versicherer ihrerseits loben die guten Strukturen am Business-Platz und das positive Gesprächsklima mit der Politik auf Landes- und Kommunalebene. Man habe ein vertrauensvolles Verhältnis zueinander, in dem beide Seiten stets ein offenes Ohr beim Gegenüber vorfinden würden, berichtet Wolfgang Breuer…