Erschienen in Ausgabe 3-2016Köpfe & Positionen

Feuersparte hat strukturelles Prämienproblem.

Zu Unternehmen & Märkte: „Wenn es brennt, dann richtig“,

Von Wolfgang EckartVersicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.
Auch bei R+V bestimmen wenige Feuergroßschaden-Ereignisse das Gesamtergebnis. Obwohl weniger als ein Prozent aller Feuerschäden in die Millionen gehen, verursachen sie rund 70 Prozent unsere gesamten Schadenaufwandes in der Feuerversicherung – nimmt man die Top 10 Feuerschäden eines Jahres zusammen, sind es immer noch etwa 50 Prozent. Die Jahresergebnisse in der Feuer-Industrie-Versicherung sind sehr volatil, da einzelne Großschäden den Schaden­aufwand erheblich in die Höhe treiben. Besonders betroffen ist die Feuer-Betriebsunterbrechungsversicherung: Auch aufgrund der modernen Produktionsprozesse (Just-in-Sequence-/Just-in-Time-Produktion) bedeuten Produktionsstopps für Firmenkunden erhebliche finanziellen Konsequenzen.
Die Sparte hat also kein Schadenfrequenz-Problem und auch kein besonders auffälliges Schadenproblem, sondern ein strukturelles Prämienproblem durch die sehr lang anhaltende Weichmarkt-Phase. Die Sanierung der Sparte Feuer/­Industrie gelingt nicht – anders als in Frequenzsparten wie z.B. Leitungswasser – über Prämien­anpassungen der schadenbelasteten oder gar nur der großschadenbelasteten Verträge. Eine notwendige Prämienanpassung über Großteile der Bestände in der Feuer/Industrie und Feuer-Betriebsunter­brechung ist aber in den vergangenen Jahren nicht oder nur sehr selten gelungen. Dies ist sicherlich auf die Wettbewerbs­situation der Feuerversicherer, aber auch den harten Wettbewerb der Maklerhäuser untereinander zurückzuführen.