Erschienen in Ausgabe 3-2016Unternehmen & Management

„Klappe und Action bitte!“

Die glamouröse Filmbranche und ihre Versicherer

Von Elke PohlVersicherungswirtschaft

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Die „Berliner“ Bären sind vergeben, die roten Teppiche zusammengerollt, die Stars und Sternchen der internationalen Filmszene längst wieder zu Hause oder am nächsten Set. Die 66. Internationalen Filmfestspiele Berlin – besser bekannt unter dem Namen Berlinale – sind Geschichte. Dass die Filme trotz mancher kleinen und großen Katastrophe während der Dreh- und Produktionszeit pünktlich fertig wurden, ist nicht nur der Kunst der Produzenten, Regisseure, Schauspieler und sonstigen Beteiligten zu verdanken. Auch die Filmversicherer haben ihren Anteil am Erfolg der Streifen, denn sie springen ein, wenn der Fortgang der Dreharbeiten gefährdet oder anderes Missgeschick passiert ist. „Bis zu 80.000 Euro kann es bei normalen Budgets kosten, wenn ein Drehtag nachgeholt werden muss“, sagt einer, der es wissen muss: Robert von Bennigsen ist Geschäftsführer der Deutschen Filmversicherungsgemeinschaft (DFG).
Damit solche Verluste nicht das ganze Filmprojekt gefährden, bieten einige wenige Versicherer und Assekuradeure eine so genannte Mehrkosten-Versicherung an, die für alle denkbaren Risiken rund um das Filmgeschäft aufkommt. Als Bündelpolice versichert sie sowohl den Ausfall von Schauspielern als auch Sachschäden an eigenen Requisiten und natürlich Schäden, die Dritten zugefügt werden. Im Extremfall – etwa wenn ein Feuer eine setgenutzte private Location zerstört – können die Schäden in fünf- oder sechsstelliger Höhe liegen, weiß der DFG-Mann aus Erfahrung. Allerdings sind solche Horrorszenarien die Ausnahmen. Im Haftpflichtbereich dominieren vierlmehr viele kleine Schäden. Bei den Eigenschäden reicht die Palette von einer umgefallenen Kamera und dem Diebstahl der Tageskasse für die Komparsen bis zum Verlust ganzer Ausrüstungs-Sets. So schwamm etwa vor einiger Zeit beim Dreh in Tschechien das komplette Set war auf der Elbe.
Das Hauptrisiko während des Drehs besteht darin, dass Schauspieler ausfallen, denn dann sind die Auswirkungen besonders drastisch. „Das geht so weit, dass die Versicherung einen Schauspieler aus dem folgenden Dreh herauskaufen muss, damit er beim vorhergehenden Film die fehlenden Szenen nachdrehen kann“, erklärt Robert von Bennigsen. Doch nicht nur der Ausfall der Stars schlägt schmerzlich ins Kontor. Die Familienklausel bietet auch Deckungsschutz für die Erkrankung naher Angehöriger. Ja, sogar der Ausfall von tierischen „Stars“ ist versichert, wie von Bennigsen schmunzelnd berichtet. „Ich erinnere mich an einen Film, in dem ein trainiertes Küken…