Erschienen in Ausgabe 3-2016Märkte & Vertrieb

Fonds hatten 2015 die Nase vorn

Im Wettrennen der Lebensversicherer, Fonds und Bausparkassen um die Spargelder erzielten die KAGs einen Punktsieg

Von Christoph BaltzerVersicherungswirtschaft

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Wenn es um das liebe Geld geht, ist vor allem Sicherheit gefragt. „Sicherheit geht ihnen ganz klar vor Rendite“, schreibt Value in seiner letzten Ausgabe (Risiko? Nein Danke!, Value 1/2016, S. 10). Trotz der enormen Risikoscheu waren im vergangenen Jahr Fonds sehr stark gefragt. 71,9 Mrd. Euro flossen im Jahr 2015 in die Publikumsfonds des BVI, das war der zweithöchste Wert seit dem Boomjahr 2000 (siehe Grafik auf der gegenüber liegenden Seite). Damals kamen stolze 74,6 Mrd. Euro (netto) in die Kassen der Kapitalanlagegesellschaften. „2015 war das beste Jahr in der Geschichte der Fondsindustrie“, sagte Holger Naumann, Präsident des BVI-Vorstands. Und das ist sogar eher untertrieben. Inklusive der Spezialfonds übertraf das Nettomittelaufkommen das schon sehr gute Geschäftsjahr 2014 (123,7 Mrd. Euro) um satte 56 Prozent.

Stagnation bei Lebensversicherern

Bei den Lebensversicherern hingegen gingen die Beitragseinnahmen zurück. Stolze 92,3 Mrd. Euro nahmen sie ein, das waren 1,3 Prozent weniger als im Jahr 2014. Ausführliche Zahlen gibt der Gesamtverband der Deutschen Versicherer am 6. April bekannt. Der Rückgang im Neugeschäft der Lebensversicherer ist auf das schwächelnde Einmalbeitragsgeschäft zurückzuführen. Nach Berechnungen des GDV summierte es sich auf 27,9 Mrd. Euro, das waren 4,5 Prozent weniger als im Jahr 2014. Viele Gesellschaften mussten das Geschäft aus Solvabilitätsgründen zurückfahren, wegen der niedrigen Zinsen fällt es den Lebensversicherern schwer, Garantien zu geben, ohne sich dabei zu übernehmen. Die laufenden Beitragseinnahmen der Lebensversicherer blieben immerhin stabil bei 64,6 Mrd. Euro.
Anders als die Lebensversicherer berichten die Bausparkassen über ausgesprochen gutes Neugeschäft. Die vielen negativen Berichte über den Streit mit übersparten Altverträgen hat die Nachfrage nach den Baufinanzierungsprodukten anscheinend nicht merklich beeinträchtigt. 1,7 Millionen Verträge akquirierten die Privaten Bausparkassen, das waren 1,8 Prozent mehr als im Jahr 2014. Die Bausparsumme wuchs um kräftige 6,4 Prozent auf 63,3 Mrd. Euro. Im Rekordjahr 2013 hatte das Neugeschäft der Privaten 70,1 Mrd. Euro Bausparsumme erreicht.
„Eigene vier Wänden stehen auf der Wunschliste der Menschen nach wie vor ganz weit vorn“, sagt Andreas J. Zehnder, der im Mai letzten Jahren als Vorstand des Verbands der Privaten Bausparkassen wiedergewählt worden ist. „Eine sichere Altersvorsorge zu haben, ist dabei mit das wichtigste Motiv“, hebt er hervor. Tatsächlich wird…