Erschienen in Ausgabe 3-2016Köpfe & Positionen

Jung-Manager übernimmt Chefposten der PZU

Krupinski will den Versicherer zum Aushängeschild der polnischen Wirtschaft machen

Von Versicherungswirtschaft

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Jung-Manager übernimmt Chefposten der PZU

Krupinski will den Versicherer zum Aushängeschild der polnischen Wirtschaft machen

Rund zehn Jahre ist es her, dass Michal Krupinski als jüngster Untersekretär in das polnische Schatzministerium berufen wurde. Damals war er 25 Jahre alt und maßgeblich an den Koali­tionsverhandlungen der liberal-konservativen Bürgerplattform (PO) und der national-konservativen Recht und Gerechtigkeit (PiS) beteiligt. Heute steht der Manager als CEO an der Spitze des wichtigsten polnischen Versicherungskonzerns PZU. Damit ist er der jüngste Vorstandschef in der Unternehmenshistorie.
Krupinski gilt als goldenes Kind der amtierenden Regierungspartei PiS: Neben einem Diplom an der elitären Warschauer Wirtschaftsuniversität SGH besitzt er einen MBA-Abschluss der Harvard Business School und der Columbia University. Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch beherrscht er fließend. Der Jung-Manager, Jahrgang 1981, startete seine berufliche Laufbahn im Generalsekretariat des Europäischen Parlaments. Nach seiner Berufung in das polnische Schatzministerium 2006 stieg er zwei Jahre später zum stellvertretenden Managing Director der Weltbank auf. 2011 übernahm Krupinski den Vorstandsvorsitz von Merrill Lynch Polska, wo er im Rahmen von Investment-Projekten auch mit dem Versicherungssektor in Berührung kam.
Seit Mitte Januar bekleidet Krupinski nun eines der bedeutendsten Ämter in der polnischen Wirtschaft. Der 35-jährige Top-Manager steht vor der Mammutaufgabe, die internationale Marktrelevanz und Wettbewerbsfähigkeit der PZU zu steigern. Er will den Konzern nicht revolutionieren, doch hegt er die Ambition, den Versicherer zur Visitenkarte Polens zu machen. Die Strategie: Bestehende Potenziale besser ausschöpfen, Geschäftsergebnisse verbessern und Marktanteile hinzugewinnen. Krupinski folgt auf Andrzej Klesyk, der kurz vor seinem achten Dienst­jubiläum am 14. Dezember zurücktreten musste.
Die Besetzung des Chefsessels des an der Warschauer Börse gelisteten Versicherers ist ein großes Politikum in Polen. Rochaden in Ministerposten oder Regierungswechsel, wie Ende 2015 mit der Machtübernahme durch PiS, haben naturgemäß direkte Auswirkungen auf das Management des Unternehmens. Mit Anteilen in Höhe von rund 35 Prozent ist der polnische Staat Hauptaktionär der PZU, die restlichen Wertpapiere befinden sich im Streubesitz institutioneller und privater Investoren. Seit 1989 haben mittlerweile 16 Manager den Versuch unternommen, Kontinuität beim…