Erschienen in Ausgabe 3-2016Märkte & Vertrieb

Die spanischen Versicherer schaffen den Turnaround

Das Prämienvolumen des Marktes ist im Geschäftsjahr 2015 erstmals seit vier Jahren wieder gestiegen

Von Rolf EngelhardtVersicherungswirtschaft

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Die Zahlen, die wir Ihnen heute präsentieren werden, sind positiv“, sagte die Präsidentin des spanischen Versichererverbandes Unespa Pilar González de Frutos bei der Vorstellung der Geschäftsjahreszahlen der spanischen Versicherungsbranche 2015. Das Prämienvolumen des Gesamtmarktes ist um 2,1 Prozent auf 56,8 Mrd. Euro gestiegen. „Diese Zuwachsrate ist alles andere als bescheiden“, ergänzt sie mit Blick auf die negative Inflationsrate Spaniens. Es ist das erste Prämienwachstum seit dem Geschäftsjahr 2011. Die spanische Assekuranz schafft damit dank der positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung mit einem Wirtschaftswachstum von über drei Prozent die Rückkehr auf den Wachstumspfad. Entscheidend für den Turnaround waren vor allem die bessere Entwicklungen in der Lebens- und in der Kraftfahrtversicherung. Letztere konnte erstmals seit acht Jahren wieder ein Beitragswachstum (1,7 Prozent) erzielen und auf ein Beitragsaufkommen von zehn Mrd. Euro zulegen. „Damit hat der Zweig die negative Tendenz seit dem Jahr 2007 umgekehrt“, sagt der Generaldirektor des Forschungsinstituts Icea José Antonio Sánchez.

Kfz-Geschäft zieht wieder an

Damals platzte die Immobilienblase und es folgte die schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Der einzig positive Effekt der wirtschaftlichen Abwärtsentwicklung der vergangenen Jahre fand sich für die Kfz-Versicherer auf der Ertragsseite. Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit und der leeren Portmonees nutzten die Spanier ihre Autos deutlich weniger, was zu einer deutlich geringeren Schadenbelastung führte. Das jetzige Wachstum verdankt der Zweig neben der positiven Wirtschaftsentwicklung in starkem Maße auch den deutlich gestiegenen Neuzulassungszahlen. Staatlich subventionierte Kaufanreize für Neuwagen waren ein zusätzlicher Katalysator. Diese Programme laufen im ersten Quartal 2016 allerdings aus und eine Verlängerung steht bislang infrage.
Die Nichtlebenversicherung insgesamt erzielte ein Prämienwachstum von 2,4 Prozent auf 31,3 Mrd. Euro. „Das ist der notwendige Trendwechsel, um einen weiterhin stabilen Versicherungssektor zu garantieren“, sagt González de Frutos.
Die Krankenversicherung und die verbundene Sachversicherung lieferten solide Wachstumszahlen auf dem Niveau der vergangenen Jahre. Die Krankenversicherung legte erneut überproportional zu. Das Prämienvolumen stieg um 3,1 Prozent auf 7,4 Mrd. Euro. Zu beachten ist allerdings, dass große Teile des Beitragswachstums auf Prämienerhöhungen aufgrund der Kostensteigerungen im…