Erschienen in Ausgabe 3-2016Köpfe & Positionen

Outsourcing immer in Betracht ziehen.

Zu Titelreport: „Dienste leisten mit Gewinn“,  ff.

Von Dr. Peter Ott und Dr. Bernd MüllerVersicherungswirtschaft

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Versicherer haben daher bereits vor einiger Zeit begonnen, Prozesse und Kapazitätsbedarf mit Effizienzprogrammen zur Automatisierung und Digitalisierung sowie zur Reorganisation und Qualitätssicherung neu aufzustellen, um interne Personal- und Sachkosten zu reduzieren. Ein weiteres Modell zur Senkung von Kosten ist Outsourcing an externe Dienstleister. Für Kapitalanlagen werden von einigen Versicherern seit längerem Aktivitäten aus Administration, Asset Management und Berichtswesen ausgelagert. Weitere Beispiele im Markt sind Auslagerungen von Steuererklärung, operativer Buchhaltung, Berechnungs- und Finanzierungsoptionen für Personalverpflichtungen, Forderungsmanagement, Bonitätsprüfung oder IT-Systembetreuung.
Innerhalb der CFRO-Funktion führt insbesondere Solvency II zu erhöhten Kosten für Kapazität, Know- how und IT: Für Aktuariat, Risiko, Rechnungswesen, Steuer, Controlling und Berichtswesen sind zahlreiche Prozesse zu implementieren und Daten zu generieren. Die Kosten für Solvency II werden voraussichtlich auch in den nächsten Jahren weiter steigen, wenn über das Aufsichtsinstrument der Marktdisziplin weitere Markt-Best-Practices zu implementieren sind. Die ausgeweiteten aufsichtlichen Anforderungen treiben zugleich auch die Kosten für die Gestaltung und den Vertrieb von Versicherungsprodukten. Gleichzeitig wandeln sich die Kundenanforderungen aufgrund veränderter Lebensentwürfe und Technologien sowie der demographischen Rahmenbedingungen. Versicherer verlieren dadurch Skaleneffekte für End-of-Life-Produkte und Tarife.
Mit Outsourcing von Finanz- und Risikofunktionen wären voraussichtlich auch für diese Bereiche die Kosten weiter reduzierbar. Bislang sind Outsourcing und Dienstleistungsangebot bei diesen Funktionen eher fragmentarisch im Markt zu beobachten.
Eine zunehmende Verlagerung von Kapazität, Methodenentwicklung und Aufbau von Tools und Better-Practice-Know-how im CFRO-Bereich auf externe Dienstleister wird aufgrund der damit verbundenen konzernübergreifenden Arbeiten bei internationalen Versicherungskonzernen sowie bei nationalen Versicherern mit ausländischen Dienstleistern zu weiteren globalen Zusammenarbeitsmodellen führen, beispielsweise bei der Erstellung von Zahlenwerken und Berichten; Outsourcing an externe Dienstleister in Nicht-EU-Ländern oder mit Subunternehmern ist zulässig.
Für den CFRO-Bereich bietet eine lokale Pilotierung mit ausgewählten Aktivitäten beispielsweise aus den Bereichen Rechnungswesen und Aktuariat die Möglichkeit…