Erschienen in Ausgabe 2-2016Märkte & Vertrieb

Teure Balzrituale um Mario Greco

Generali zieht gegen die Zurich-Abwerbungsversuche ihres CEOs in die Schlacht

Von Ingo-Michael FethVersicherungswirtschaft

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Das Jahr 2016 beginnt für die italienische Assekuranz-Branche mit einem zweiten spektakulären Führungswechsel. Nach der Wahl von Anna Maria Farina an die Spitze des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft Ania, scheint sich beim Flaggschiff der italienischen Versicherer, dem Generali-Konzern in Triest, ein Führungswechsel anzubahnen. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll Konzernchef Mario Greco unmittelbar vor seiner Berufung an die Spitze des schweizerischen Zurich-Konzerns stehen und dort die Nachfolge des scheidenden Vorstandsvorsitzenden Martin Senn antreten. Die Bekanntgabe der Personalie soll offenbar noch vor der Jahrespressekonferenz der Schweizer am 9. Februar stattfinden. Damit würde ein wochenlanges Rätselraten beendet, das auch an den Börsen Spuren hinterlassen hat: Während die Aussichten auf Greco als neuen Chairman den Titel der Zurich beflügelte, verlor die Generali-Aktie im Zuge der Personalspekulationen an Wert. Verständlich, hatte doch der italienische Manager in seinen Jahren an der Konzernspitze den ins Schlingern geratenen Konzern wieder auf sicheren Kurs gebracht. Eine Leistung, die in der Branche allseits anerkannt wird und ihn für die Schweizer bei der Nachfolgesuche prädestinierte. Schließlich war Greco von 2010 bis 2012 für das Lebens- und Sachversicherungsgeschäft der Zurich verantwortlich und kennt das Haus von innen. Von offizieller Seite gibt es weiterhin keinerlei Bestätigung, aber auch kein wirkliches Dementi. Generali ist jedoch gewillt, seinen Chairman nicht einfach so ziehen zu lassen. Noch habe man die Hoffnung nicht aufgegeben, Greco mit einem neuen, höher dotierten Vertragsangebot zu halten. Doch wenn alles nur eine Frage des Höchstgebots wäre, könnten die Schweizer vermutlich locker mithalten.
Mit Greco würde auch Premier Matteo Renzi einen seiner entschiedensten Unterstützer aus der Riege der italienischen Großkonzernchefs verlieren. Wie kaum ein anderer hatte sich Greco in zahlreichen Auftritten und Interviews positioniert und die Reformagenda der Regierung in Rom unterstützt. Dort hat das neue Jahr bislang gar nicht gut begonnen: Ein beispielloser Sinkflug der Mailänder Börse, Bankentitel im freien Fall, ein verlangsamtes Wachstum und ein beispielloser Zoff zwischen EU-Kommission und Rom haben den Jahresauftakt Renzis gründlich vermasselt. Die Wortwahl zwischen Rom und Brüssel ist derart eskaliert, dass EU-Kommissionschef Juncker kürzlich der Kragen platzte und er sich die „fortlaufenden Beleidigungen der…