Erschienen in Ausgabe 2-2016Schlaglicht

Qualität durch Kompetenz

Unternehmerische Perspektiven über den Wissenstransfer von Dienstleistern in die Versicherungswirtschaft

Von Versicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.

Qualität durch Kompetenz

Unternehmerische Perspektiven über den Wissenstransfer von Dienstleistern in die Versicherungswirtschaft

Oliver Muhr, Chief Executive Officer des Potsdamer IT-Start-ups Seerene, über das Know-how von Software-Dienstleistern in der Versicherungswirtschaft:

Es gibt mehrere und sehr gute Gründe, warum Versicherer auf externe Dienstleister angewiesen sind – z.B. Branchen-Know-how, Erfahrung, spezielles Fachwissen, Best Practices oder höhere Flexibilität, besonders bei der Skalierung in Projekten. Die Schwachstellen liegen in der meistens einhergehenden Abhängigkeit von Dienstleistern, dem Knowledge-Transfer von Dienstleistern zu Mitarbeitern und der generellen Steuerbarkeit der Dienstleister – z.B. Fragen wie: „Verbessert mein Dienstleister meinen Code und reduziert er den zukünftigen Wartungsaufwand oder verläuft es umgekehrt?“ oder „Was bekomme ich für mein Budget?“ kann man mit den gängigen Projektsteuerungsmethoden nicht beantworten.

... über aufkommende Risiken:

Egal ob klassische oder neuere Softwareentwicklungsmethoden – unsere Erfahrung hat gezeigt, dass Projekt- und Budget-Overruns sowie Qualitätsprobleme in der Implementierung das Hauptrisiko darstellen. Die Komplexität von Software stieg über die Jahre exponentiell, ein Trend, der in Zukunft nur beschleunigt wird. Überall haben wir system- und geschäftskritische Software, an denen viele Entwickler arbeiten, aber keiner mehr den Überblick hat. Es ist nicht verwunderlich, dass Meldungen über Softwarefehler, sei es in der Versicherungsbranche oder in jeder anderen Branche, immer häufiger vorkommen. Hier braucht es ein Umdenken.

... über die Grenzen des Outsourcings:

Wir lassen keinen unserer Auftraggeber allein. Das Team ist so aufgebaut, dass jedem Auftraggeber sein persönlicher Ansprechpartner zur Verfügung steht. Sie helfen bei der Einrichtung des Systems, bei der Erstellung der ersten KPIs, Auswertungen und bei der Problemidentifikation. Auf diese Weise können wir sicherstellen, dass unsere Kunden jene Leistung bekommen, die sie erwarten. Gleichzeitig lernen wir, was unsere Kunden bewegt, an welchen Stellen sie noch mehr Informationen brauchen bzw. gerne hätten etc. Es ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Die Grenzen des Outsourcing liegen meist an einem Mangel an Transparenz. Viele CIOs oder CTOs können nicht beurteilen, wie erfolgreich ein Dienstleister an der IT-Infrastruktur arbeitet.

Jörg Forthmann, geschäftsführender Gesellschafter der Hamburger Agentur