Erschienen in Ausgabe 2-2016Unternehmen & Management

In der Pay-Back-Phase

Wohngebäudeversicherer spüren trotz eines guten Schadenjahrs die Lasten von 2013

Von Christoph BaltzerVersicherungswirtschaft

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Die Wohngebäudeversicherung könnte so viel Freude bereiten, wären da nicht die Lasten aus dem Katastrophenjahr 2013. Nach dem Extremjahr mit dem schwersten Hagelschaden in der Geschichte der deutschen Versicherer, der Überschwemmung der Elbe und den Stürmen im Norden hat sich die Rückversicherung merklich verteuert. Belastete Unternehmen waren mit Ratenerhöhungen von zwölf Prozent noch sehr gut bedient. Das hinterlässt Spuren in den Bilanzen der Versicherer. Nach intensiven Sanierungsbemühungen ist es den Wohngebäudeversicherern gelungen, die Beitragseinnahmen im Jahr 2014 um satte 7,3 Prozent zu steigern, bei stabilem Vertragsbestand. Doch von den 400 Mio. Euro Mehrprämie blieben den Versicherern nur 100 Mio. Euro. Die Rückversicherung verschlang im Jahr 2014 1,3 Mrd. Euro. Im Jahr 2013 hatten die 59 Wohngebäudeversicherer lediglich eine Milliarde Euro zediert. Daraus erwirtschafteten die Rückversicherer einen technischen Gewinn von knapp 18 Prozent der Zessionsprämie.
2014 und 2015 waren trotz einiger bemerkenswerter lokaler Ereignisse gute Schadenjahre. Nach Berechnungen des GDV lag die gesamte Schadenbelastung durch Sturm, Hagel und andere Elementarschäden über alle Sparten mit 2,1 Mrd. Euro nur leicht über dem Jahr 2014. 914 Mio. Euro technischen Verlust hatten die Rückversicherer durch die Naturkatastrophen im Jahr 2013 erlitten. Bei gutem Schadenverlauf würde es vier Jahre dauern, bis dieses Geld zurückverdient ist. Nach Angaben des GDV kam es im neuen Millenium alle fünf Jahre zu einem Ausnahmeschaden durch Elementarereignisse.
Davor hatte es zwölf Jahre gedauert, bis zu einem neuen Katastrophenjahr gedauert. Durch das wärmere Klima gehen die Frostschäden zurück, doch der Klimawandel bringt nicht nur positive Veränderungen mit sich. Seit 2012 sanieren die Versicherer die Gebäudesparte. Dadurch haben sie zu Beginn eine Million Verträge verloren und dadurch ihr Exposure verringert. Jetzt bleibt der Vertragsbestand stabil.
Die Allianz ist derzeit besonders erfolgreich. 2014 steigerte sie ihren Bestand um gut 200.000 Verträge auf 2,3 Millionen und hat damit eindeutig die Spitzenposition zurückgewonnen. Der Branchenmonitor Wohngebäudeversicherung der Vers Leipzig GmbH zählt die Allianz deshalb zu den „erfolgreichen“. Die Stuttgarter SV verliert weiter und hat jetzt nur noch 1,8 Millionen Verträge. Dabei verlangt der Sparkassenversicherer im Schnitt weniger Beitrag, arbeitet kostengünstiger und hat bessere Ergebnisse. 2011 hatten die Stuttgarter mit gut…