Erschienen in Ausgabe 2-2016Köpfe & Positionen

Die digitale Offensive.

Zu Titelreport: „Führungskultur im Wandel“, –14

Von Matthias LautenschlägerVersicherungswirtschaft

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Die Digitalisierung ist ein nachhaltiger Trend, der immer mehr Branchen grundlegend verändert – und damit auch die Führungsstrukturen am Wirtschaftsstandort Deutschland. Zu den Vorreitern zählt naturgemäß die IT-Industrie. Zunehmend sind aber auch „klassische“ Branchen betroffen: angefangen vom Markt für Musik und Medien bis hin zur Automobilindustrie. Die Entwicklung macht auch vor der Finanzwirtschaft nicht halt. Hier schießen so genannte FinTechs/InsurTechs regelrecht aus dem Boden. Mittlerweile sind mehr als 200 auf dem deutschen Markt aktiv. Diese Start-ups konzentrieren sich oftmals auf einzelne Produkt- und Dienstleistungsaspekte einer umfassenden Betreuung und gestalten diese für den Kunden einfacher. Schwerpunktmäßig sind sie in den Feldern Banking, Kredite, Anlageberatung, Versicherung und Payment aktiv. Dabei kommt ihnen aufgrund ihrer meist sehr geringen Größe und Mitarbeiterzahl zugute, dass sie einfache und sehr schlanke Führungsstrukturen haben. Damit ist es diesen Start-ups möglich, schnell neue Dinge auszuprobieren und weiterzuentwickeln.
Konzerne hingegen mit ihren notwendigen Strukturen – Budgetplanung, Berichtswesen, Hierarchieebenen etc. – stehen hier naturgemäß vor größeren Herausforderungen und wirken daher oft bürokratischer und weniger flexibel. Hinzu kommt, dass sie mitunter sehr intensiv beaufsichtigt werden – anders als FinTechs, die dem Thema Regulierung oftmals noch wenig Aufmerksamkeit schenken. Häufig wird das von diesen auch noch nicht verlangt. Die „jungen Wilden“ können stattdessen mit neuen Ansichten und Überzeugungen bestehende Geschäftsmodelle schnell und leicht hinterfragen. Sie nutzen dabei konsequent den technologi­schen Fortschritt und brechen mit ihren Lösungen Marktstrukturen auf.
Wie versuchen Konzerne, sich dieser Situation zu stellen? Die Lösung besteht für sie oftmals in eigenen Start-ups oder Business Units, die sich dann außerhalb der klassischen Führungs- und Geschäftsstrukturen bewegen. Eine Folge daraus sind mitunter auch eigene Standorte fern der Konzernzentrale. Die räumliche Trennung schafft nochmals ein anderes Umfeld, das es zusätzlich erleichtert, neue Wege einzuschlagen – und diese später auch für den gesamten Konzern zu ebnen.
Wir haben diese Notwendigkeit zur permanenten Weiterentwicklung erkannt. Ausdruck dessen ist unter anderem die Finanz-WG in Heidelberg. Dort tauchen wir authentisch in das Leben unserer studentischen Kundengruppe ein, um passgenaue Weiterentwicklungen unseres Angebots…