Erschienen in Ausgabe 2-2016Märkte & Vertrieb

Mapfre-Gruppe entfaltet neue Dynamik

Geschäftserfolge in Mittel- und Nordamerika kompensieren die Schwächen im spanischen Heimatmarkt

Von Rolf EngelhardtVersicherungswirtschaft

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Wir sind überzeugt, 2015 unser Vorjahresergebnis zu übertreffen“, sagt Mapfre-Präsident Antonio Huertas. Im Gesamtjahr 2014 stieg das Beitragsvolumen seines Unternehmens um 2,6 Prozent. Die Zahlen zum dritten Quartal 2015 zeigen ein Prämienwachstum von 5,4 Prozent auf 17,3 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Versicherungsgruppe ist auf einem guten Weg, trotz Wachstumsproblemen in einigen strategischen Kernmärkten. Allen voran im Heimatmarkt Spanien.
Dort zeigt der Versicherungsmarkt seit acht Jahren wenig Wachstumsdynamik. Prämienrückgänge wechseln sich mit einer schwarzen Null ab, ein scharfer Preiswettbewerb konditioniert die Ertragslage. Selbst bei einem satten Wirtschaftswachstum von voraussichtlich über drei Prozent 2015 ist der Wachstumsmotor der spanischen Versicherer nicht nachhaltig angesprungen. Mapfre bekommt das zu spüren. Nach den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres hat die Geschäftseinheit Iberia einen Prämien­abrieb von 3,7 Prozent auf 5,1 Mrd. Euro hinzunehmen. Im wichtigsten Auslandsmarkt Brasilien (siehe ) ist das Prämienvolumen um neun Prozent auf 3,7 Mrd. Euro eingebrochen. Das Land macht ein Fünftel des Beitragsaufkommens der Mapfre-Gruppe aus. Dort stellt die wirtschaftliche Rezession und die starke Abwertung des brasilianischen Real zum Euro eine enorme Belastung dar. Auf Basis der lokalen Währung hat Mapfre in Brasilien allerdings um 4,4 Prozent zugelegt.

Expansion nach Europa

Der Konzern insgesamt wächst kräftig. Der Schlüssel zum Erfolg ist eine gelungene Diversifikationsstrategie mit einer konsequenten internationalen Expansion und der Forcierung ausgewählter Kerngeschäftsfelder. Das Unternehmen expandiert über Zukäufe in neuen Märkten und der Weiterentwicklung von Geschäftsfeldern mit geringer Korrelation zu bestehenden. Beispiele für Zukäufe sind der Erwerb von Direct Line in Deutschland und Italien oder der The Commerce Group in den USA. In den USA richtet sich Mapfre vor allem an die stark wachsende Bevölkerungsgruppe der Einwanderer aus Lateinamerika. Im dritten Quartal 2015 hat der Versicherer dadurch den Prämienrückgang in Spanien und Brasilien mit einem Beitragswachstum in Nordamerika von 33,7 Prozent und in Mittelamerika von 63,8 Prozent kompensiert.
„Unser Ziel ist die kontinuierliche Expansion von Mapfre Global Risk in neue Märkte weltweit und die Weiterentwicklung in solchen, in denen wir bereits heute vertreten sind oder sogar eine führende Position haben“, erklärt Huertas. Der Auslandsanteil der…