Erschienen in Ausgabe 2-2016Märkte & Vertrieb

Milliardenschaden nach Flut und Sturm

Britische Property-Versicherer stehen dank weniger anderer Natcat-Schäden 2015 dennoch gut da

Von Philipp ThomasVersicherungswirtschaft

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Großbritannien erlebte einen stürmischen und schadenreichen Dezember. Zunächst hinterließ Wintersturm Desmond laut Aon Benfield versicherte Schäden von 775 Mio. US-Dollar. Ende Dezember verursachte Sturm Frank nach ersten Schätzungen von Aon weitere 200 Mio. US-Dollar an versicherten Schäden. Starke Regenfälle hatten den gesamten Monat über zu Überflutungen geführt. Hier liegen die geschätzten Schäden für die britischen Versicherer bei 1,25 Mrd. Dollar. Die Ratingagentur AM Best sieht in den hohen Schadenzahlen keinen Grund zur Sorge. Lediglich die 2015er GuVs würden negativ beeinflusst, Eigenkapital würde aber nicht vernichtet, denn die ersten elf Monate des Jahres 2015 seien ohne größere Naturkatastrophen verlaufen. Die jetzigen Cat-Schäden könnten aber dem vorherrschenden Ratenabrieb im Bereich Property ein allmähliches Ende bereiten. In den meisten Fällen hätten die einzelnen Ereignisschäden nicht ausgereicht, um die Schadenexzedentendeckungen auszulösen. Jedoch gäbe es einen Trend zur 504 Stunden/21-Tage-Klausel. Die Unterschiede zwischen XL und SL verwischen sich also zunehmend. Versicherer, die diese Klausel bereits vereinbart haben, könnten somit die zwei Stürme weitestgehend für Zwecke der Schutzdeckung aggregieren. Ab April 2016 werden Naturkatastrophen-Schäden in den Personal Lines bei der neu entstehenden zentralen Rückversicherungseinrichtung Flood Re rückversichert, die sich durch eine Umlage auf alle Versicherungsnehmer finanziert.

Risikosimulation nun auch für Haftpflicht-Kumule

Katastrophenereignisse werden von Versicherern mit Hilfe von Risikomodellierung dargestellt, auf deren Basis sie ihre Exponierung bepreisen und ihre Zessionen definieren. Für Haftpflichtrisiken fehlte bisher ein solches Modell.
Lloyd’s ließ jetzt von der Modellierungsgesellschaft Arium Risk Architecture einen Bericht schreiben, der mögliche Ansätze aufzeigt, wie Haftpflichtkumule besser in den Griff zu bekommen wären. Es geht insbesondere um die Ausbreitung von Schäden über Lieferketten. Bisherige Ansätze, Liefer­ketten zu modellieren, hatten dem Ziel gegolten, die Exponierung für Betriebsunterbrechungsschäden besser abschätzen zu können. Jedoch bedarf es zur Modellierung von Haftpflicht­risiken einer zweidimensionalen Betrachtung. Neben den Verästelungen der Supply Chain müssen auch soziodemogra­fische und rechtliche Faktoren beachtet werden. Die Studie gibt daher auch zu, dass Haftpflichtrisiken wesentlich komplexer sind als Sachrisiken und nennt folgende Gründe:
Ziel…