Erschienen in Ausgabe 2-2016Trends & Innovationen

Unicorns und Black Swans

Der regulatorische Wettbewerb um Fintechs ist im vollen Gang

Von Christoph BaltzerVersicherungswirtschaft

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Der luxemburgische Wirtschaftsminister Etienne Schneider will in dem kleinen Fürstentum ein Fintech-Cluster schaffen, berichtet VWheute. Durch die dort angesiedelten Banken, Investmentfonds und Lebensversicherer gebe es perfekte Synergien, sagte Schneider auf einer Fintech-Konferenz. Selbst die nationale Satellitengesellschaft SES bezog er mit ein.
Wenn man Fintechs anlocken will, kommt es auf innovationsfreundliche Regulierung an, bestätigte Philippe Gelis auf der Luxemburger Konferenz. Gelis ist CEO des Londoner Fintechs Kantox. Der gebürtige Franzose bezeichnete die USA (San Francisco, New York), China und Großbritannien (London) als die ursprünglichen Hubs der Fintech-Bewegung. Es gäbe noch Platz für weitere. Seit 2010 haben Kapitalgeber rund 14 Mrd. US-Dollar in die Fintechszene investiert. Daraus haben sich 19 so genannte „Unicorns“ entwickelt, Unternehmen mit mehr als einer Mrd. Dollar Marktwert.
In Deutschland hat sich die Kritik an den Fintechs verstärkt. „Der regulatorische Welpenschutz für Fintechs sollte beendet werden”, forderte Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giro­verbands. Die deutschen Behörden wollen sich nicht vor der normativen Kraft des Faktischen ergeben. Bafin-Präsident Felix Hufeld machte auf dem Bafin-Empfang am 12. Januar deutlich, dass die Fintechs nicht so ohne weiteres von der Aufsicht einen Freifahrtschein bekommen. „Wir sind Aufseher und können diese Eigenschaft auch Fintechs gegenüber nicht ablegen“, sagte Hufeld. Der Bafin-Präsident will sich nicht auf „Sandkastenmodelle“ einlassen, mit denen die Fintechs ihre Geschäftsmodelle auf Praxistauglichkeit testen können. „Als Aufsicht Eimer­chen und Schippchen bereitstellen? Nein. Das kann nicht die Rolle der Aufsicht sein“, sagte Hufeld. Die Markteintrittsbarrieren sollen nicht unüberwindbar sein, verhätscheln will Hufeld die Fintechs nicht.ba