Erschienen in Ausgabe 2-2016Schlaglicht

Dienste leisten mit Gewinn

Produktivität und Präszision der externen Firmenkorona im Auftrag der Versicherer

Von Wolfgang OtteVersicherungswirtschaft

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Rund 57 Mrd. Euro macht der gesamte Vorleistungsbedarf deutscher Versicherer und Pensionskassen aus, berichtet das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos. Vor allem außerhalb der eigenen Kernkompetenz, innovative Produkte zu kreieren, spezifische Beratungen anzubieten oder Schäden abzuwickeln, greifen externe Player in das Marktgeschehen ein.
„Der wachsende Kostendruck bringt die Versicherer dazu, sich der Hilfe von Dienstleistern zur Übernahme von Aufgaben, Systemen und Prozessen zu bedienen“, erklärt Jan Peter Schacht, Seniorpartner der Unternehmensberatung Moving Minds. „Theoretisch kann alles bis auf die regulatorisch vorgeschriebenen Mindestfunktionen ausgelagert werden.“ Ob die Effizienz der Steuerung und die Entwicklung der laufenden Kosten bei immer schneller werdendem Anpassungs- und Veränderungsbedarf Schritt halten kann, ist allerdings fraglich. In einem solchen Szenario könnte die Auslagerung sogar kostenintensiver werden. Die Unternehmen sind gefordert, besonnen zu agieren und Prozesse zunächst inhouse zu optimieren, bevor ein Dienstleister strategisch zum Einsatz kommt.

Versicherer wollen die Kontrolle behalten

Inzwischen gibt es kaum einen Unternehmenssektor innerhalb der Versicherungskonzerne, in dem externe Dienstleister nicht in Erscheinung treten. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Marktplayer – wie die Indus­trie auch − verstärkt nach Möglichkeiten suchen, sich selbst von den für sie vermeintlich zu kostenintensiven Neben-Bereichen freizumachen. „Versicherer vergeben nicht mehr nur die Reinigung ihrer Verwaltungsgebäude und den Kantinenbetrieb an darauf spezialisierte Dienstleister“, erklärt Ulrich Leitermann, Vorstandsvorsitzender der Signal Iduna Gruppe (siehe Interview Seite 16). Ob IT-Installationen, Software-Verteilung oder System-Management bis hin zur Durchführung von Projekten − mehr und mehr Fremdfirmen tummeln sich in den Betriebsstätten.
Bei allen Bemühungen um das Heranziehen von Know-how außer Haus gilt stets der unternehmerische Grundsatz, dass bei den strategischen Partnerschaften Qualität, die Einhaltung von Service-Level-Agreements, Kompetenz und Professionalität im Vordergrund stehen. Innerhalb der Wüstenrot & Württembergischen zum Beispiel werden nur Aufgaben an externe Helfer vergeben, die außerhalb der eigenen Kernkompetenz liegen. Die Steuerung dagegen verbleibe nach Unternehmensangaben immer in eigener Hand. Die W&W habe eine eigene Regulierer-Organisation, die unter anderem eine wichtige Schnittstelle…