Erschienen in Ausgabe 12-2016Köpfe & Positionen

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Globale Risiken und eine Versicherungswirtschaft Beyond Insurance

Von Dr. Dirk SolteVersicherungswirtschaft

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Globale Risiken und eine Versicherungswirtschaft Beyond Insurance

Den Führungskräften der Assekuranz gegenüber hat Klaus Schwab, Gründer und Präsident des Weltwirtschaftsforums, auf dem Versicherungstag 2016 in Berlin drei Empfehlungen ans Herz gelegt, um zur Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen „das Potential der Disruption modifizieren, aktiv gestalten und nutzen“ zu können:
Vorausgegangen war eine persönlich vorgetragene Einschätzung von fünf großen Transformations­kräften, die unsere Welt verändern:
1. Die 4. Industrielle Revolution: So bezeichnet Schwab die Vernetzung von Menschen, Maschinen und Software zu einer Art Superorganismus. Die Software automatisiert über digitale Innovationen wie Big Data & Analytics dabei zunehmend alle kognitiven Fähigkeiten der Menschen. Dies wird massive Auswirkungen auf die Beschäftigungsmöglichkeiten haben und bewirkt Systemänderungen.
2. Der Wandel einer unipolaren zu einer multipolaren Welt: Das gemeinsame Wertesystem, dessen Grundstein nach dem verheerenden zweiten Weltkrieg in der Universellen Erklärung der Menschenrechte formuliert wurde und die in diesem Geist bausteinartig verabredete – nicht vollendete – globale Ordnung werden in Frage gestellt. An die Stelle von wertebasierten Vereinbarungen treten interessengetriebene Verbünde. Kann eine so erodierende Weltschicksalsgemeinschaft noch Probleme wie die Klimakrise lösen, wenn globale Verabredungen wie COP21 in Frage gestellt werden?
3. Der Übergang von schnellem zu langsamem Wirtschaftswachstum: In Verbindung mit der 4. Industriellen Revolution stellt sich die Frage, wie der immense Wegfall automatisierter Arbeitsplätze überhaupt kompensiert werden kann? Können wir mit dem Rucksack aller aufgehäuften Schulden auf dem Rücken noch einmal alle zusammen das Tempo der kreativen Zerstörung erhöhen, ohne dass zu viele auf der Strecke bleiben? Für Schwab ist klar, dass es zu einer Vergrößerung der sozialen Kluft kommen wird, mit allen daraus resultierenden Folgen.
4. Die Implosion des Kapitalismus: Das Marktmodell, als bester Effizienzmechanismus für Wertschöpfung und zur Erreichung gesetzter sozialer Ziele ist in Verruf gekommen. Korruption, Kurzfristigkeit des Denkens und Handelns und nicht zuletzt die Abkehr der Eliten vom Imperativ der Solidarität haben die in einer Wertegemeinschaft intendierte Gemeinwohlperspektive unterwandert. Mangelnde Werte und Egoismen führen zu mangelnder Moral.
5. Der Verlust und die Suche nach…