Erschienen in Ausgabe 12-2016Trends & Innovationen

Regierung hält an Provisionen fest

Bei der IDD-Umsetzung erfolgt die Vergütung nur durch Versicherer

Versicherungswirtschaft

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Das Bundeswirtschaftsministerium will den Entwurf zur Umsetzung der europäischen Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) eins zu eins in deutsches Recht umsetzen. Da in der IDD jedoch keine Aussagen zum Provisionsabgabeverbot enthalten sind, haben Experten das Verschwinden der Regelung vorausgesagt. Auch das jüngst zugunsten von Moneymeets gefällte Urteil (Seite 7) nährte den Verdacht, das das Provisionsabgabeverbot bald Geschichte sei. Mit dem Erhalt des Status Quo überrascht die Bundesregierung und sorgt für Zustimmung bei den Branchenverbänden. Schließlich stelle das Provisionsabgabeverbot sicher, „dass künftig die langfristigen Bedürfnisse des Kunden im Mittelpunkt des Beratungsgesprächs stehen, nicht mögliche kurzfristige finanzielle Vorteile durch die Beteiligung an Provisionszahlungen“, berichtet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Von großer Bedeutung sei auch, dass Provisionen weiterhin die Leitvergütung blieben. „Nur so können hunderttausende Versicherungskaufleute ihre Kunden qualifiziert und anspruchsvoll beraten“, ergänzt Michael M. Heinz, Präsident des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). Von „Protektionismus in Reinform“ spricht dagegen die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). „Das Vergütungsmodell ist aus dem 19. Jahrhundert.“
Daran ändere auch die von der Bundesregierung gewollte Stärkung der Honorarberatung nichts. Versicherungsberater sollen laut Entwurf zukünftig Honorar-Versicherungsberater heißen und ausschließlich durch den Kunden vergütet werden. Sie dürfen auch Versicherungen vermitteln, hierbei müsse jedoch laut Entwurfsbegründung die Unabhängigkeit gewahrt bleiben. Daher gelte in diesem Fall das Provisionsabgabeverbot nicht. Am 21. Dezember wird sich das Bundeskabinett mit dem Gesetzentwurf zur Umsetzung der IDD befassen. Das Gesetz soll zum Stichtag 23. Februar 2018 in Kraft treten.vw