Erschienen in Ausgabe 12-2016Köpfe & Positionen

Lukrative Spreads.

Zu Kapitalanlage: „Mentale Metamorphose“, .

Von Karl HappeVersicherungswirtschaft

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Das Niedrigzinsumfeld und strenge Risikokapitalvorschriften machen regu­lierten Anlegern das Leben schwer. Wo können noch attraktive Investment-Renditen erzielt werden? Wir sehen im Wesentlichen drei Strategien, um im aktuellen Niedrigzinsumfeld positive Wiederanlagerenditen zu erzielen.
Die erste Strategie ist eine Diversifizierung der Holdings von Staatsanleihen: weg von Zentralregierungs-Papieren hin zu anderen Gebietskörperschaften oder staatsnahen Emittenten. Diese weisen ein ähnliches Risiko bei höherer Rendite auf. Der Grund hierfür liegt darin, dass viele dieser Institutionen – von denen Allianz GI mehr als 170 analysiert – ein vergleichsweise geringes Volumen emittieren, ihre Papiere also weniger liquide sind. Hinsichtlich der Risikokapitalhinterlegung werden viele Emittenten vom Regulator wie Zentralregierungen behandelt, sie weisen aber Renditeaufschläge von 20 bis 80 Basispunkten auf. Gleichzeitig verringern sie aufgrund ihrer Vielfalt und ihrer geringeren Losgröße die Portfoliokonzentration. Dieses Marktsegment ermöglicht auch Investitionen in ultra-lange Laufzeiten (etwa belgische SSAs mit Laufzeiten von 50 bis 100 Jahren), was wiederum mit Blick auf ein Asset-Liability-Matching sehr interessant ist. Im Gegenzug bringen diese Papiere allerdings einen erhöhten Analyseaufwand mit sich, um die Qualität der Institutionen und Titel hinreichend zu verstehen. Dies gilt vor allem auch unter Solvency II, das eine klare Risikoeinschätzung sämtlicher Emittenten von Anleihen verlangt.
Die zweite Strategie besteht in einer Erweiterung des Anleiheportfolios um globale Titel. So können höhere Renditequellen außerhalb des Euroraums angezapft werden. Investitionen in eine Mischung aus Währungen und Bonitäten/Ratings stellen eine aktive Allokation von Risikokapital auf die global attraktivsten Rendite-Risiko-Faktoren dar. Innerhalb eines Portfolios, das hinsichtlich der Solvenzkapital-Anforderungen optimiert ist, ermöglicht dies eine höhere laufende Verzinsung bei gleicher oder niedriger Risikokapitalbindung. Durch eine internationale Diversifizierung können regulierte Investoren somit ebenfalls einen Renditezuwachs generieren, selbst nach den zurzeit hohen Kosten einer Währungsabsicherung.
Die dritte Strategie, den Negativzinsen ein Schnippchen zu schlagen, liegt in Investitionen im wenig liquiden Marktsegment der Privatplatzierung. Seien es deutsche Schuldscheine, der Euro- oder US-Markt für Private Placements oder Infrastruktur-Fremdkapitalfinanzierungen…