Erschienen in Ausgabe 12-2016Köpfe & Positionen

Big Data im Schlaglicht

Versicherer auf der Suche nach dem digitalen Erfolgsrezept

Versicherungswirtschaft

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Big Data für Versicherer: Unter diesem Motto stand das diesjährige Kölner Ver­sicherungssymposium. Wie groß die heute erzeugten Datenmengen in der digitalisierten Welt sind und was in den nächsten Jahren zu erwarten ist, beleuchtete Bernd Schnur. Nach Angaben des Professors der TH-Köln werde die jährlich generierte digitale Datenmenge bis 2020 auf 40.026 Exabyte geschätzt. Dies entspräche etwa der Datenmenge die entstehen würde, wenn jeder Mensch 2.600.000 Romane schreiben würde. Die Finanz- & Ver­sicherungsbranche sei neben der Medien- und Automobilbranche Vorreiter in der Nutzung dieser Datenmengen.
Dass Versicherung Veränderung brauche, erklärte Daniel John, Leiter Aktuariat Schaden/Unfallversicherung Huk-Coburg. So müsse beispielsweise geklärt werden, in welchen Bereich in den Unternehmen die Analyse der Daten überhaupt falle und wie der wichtige Faktor Emotionale Intelligenz gewahrt werden könne. Anhand einer Auswertung von Kfz-Fahrverhaltensdaten auf der Beispielstrecke von Fulda nach Coburg erklärte der Experte, wie Geschwindigkeit, Geschwindigkeitsüberschreitungen und Überholmanöver grafisch dargestellt werden. Dies solle zu einer risikogerechten Kfz-Versicherungsprämie führen.

Computersysteme ergänzen menschliches Know-how

Nach Angaben von Stefan Riedel, dem Vice President Insurance bei IBM, müsse der Kunde im Fokus stehen, seine Bedürfnisse erkannt und individuell angesprochen werden. So sei es zum Beispiel schwierig, zwei in einem Haushalt lebende Personen gleichzei­tig und doch individuell nach den persönlichen Präferenzen anzusprechen. Manche Personen seien sehr technikaffin, andere wiederum wünschen eher den Kontakt über klassische Kommunikationswege. Anhand eines praktischen Beispiels stellte Riedel das kognitive Computersystem „Watson“ vor, das in unterschiedlichsten Branchen und Bereichen angewendet wird. Das System analy­sierte dabei Symptome von Krebspatienten und stellte zu 99,9 Prozent die gleichen Diagno­sen, wie Krebsspezialisten. Darüber hinaus seien aber 30 Prozent mehr ergänzende Hinweise und Therapievorschläge gegeben worden als von Seiten den Mediziner. Alleine schon daran könne man erkennen, wie wertvoll die Unterstützung durch intelligente Computersysteme sein kann.vw