Erschienen in Ausgabe 12-2016Köpfe & Positionen

Der digitale Turn

Sollers Consulting und Guidewire über unternehmerische Agilität

Von Chrsitoph BaltzerVersicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.
Derzeit gibt es wohl kaum einen Versicherer am deutschen Markt, der nicht seine IT überarbeitet, anpasst oder zumindest überdenkt. Die Fintech-Welle hat Aktivitäten angestoßen, die eigentlich schon längst überfällig waren. Nach Erfahrungen von Michał Trochimczuk befinden sich derzeit 40 Prozent der Versicherer in einem Transformationsprozess, weitere 40 Prozent stehen davor. Trochimczuk ist Managing Partner bei der IT-Beratung Sollers Consulting, die viel Erfahrung mit agiler Projektführung hat. Getrieben von den Erfahrungen aus zahllosen IT-Projekten, die an ihrer schieren Dimension aus dem Ruder geraten sind, suchen die Versicherer nach Alternativen. „Versicherung muss agil werden. Vergessen Sie die Waterfall-Methoden“, sagte Trochimczuk auf der Konferenz „Innovation in Insurance“ am 21. November in Warschau. „Wichtig ist die klare Richtung.“

Man kann nicht einfach umswitchen

Mehr als 200 Versicherungs-Professionals aus Nord-Europa diskutierten auf der von Sollers Consulting und Guidewire gemeinsam veranstalteten Konferenz über die Herausforderungen durch den digitalen Turn. Neben Zurich und Basler arbeiten die Axa und die ADAC Versicherung mit der Schadensoftware von Guidewire. Unter den Gästen der Konferenz befanden sich zahlreiche deutsche Versicherer, unter anderem ein Mitarbeiter der Versicherungskammer Bayern und Rainer Sommer, Ex-Zurich-Mann und seit gut einem Jahr COO der Generali Deutschland.
Welche Dimensionen eine Software-Umstellung hat, wenn man es richtig machen will, darüber berichtete Horst Nussbaumer. Der österreichische Mathematiker ist Chief Claims Officer der Zurich Deutschland. Im Rahmen eines Effizienzprogramms stellt die Zurich auf Guidewire um. Anfang nächsten Jahres geht das neue System live.
Mit agiler Projektführung hat sich das Zurich-Team jedoch schwer getan. „Von Waterfall zu agilen Projekten einfach umswitchen, das geht nicht“, sagte Nussbaumer auf der Warschauer Konferenz. „Man kann mit einem alten Team, das an Waterfall-Projekte gewöhnt ist, nicht schnell auf agile Projekte umstellen.“
Derzeit erfolgen lediglich zehn Prozent der Transaktionen in den Geschäftsprozessen der Zurich automatisch. 80 Prozent werden von den 5.200 Mitarbeitern manuell erledigt, davon aber nur zehn Prozent wirklich individuell. Nussbaumer möchte die Bestandskunden besser betreuen und mehr individuellen Service ermöglichen. Sein Ziel: 60 Prozent der Geschäftsprozesse sollen automatisiert erfolgen, 20 Prozent individuell.
Wer sein Unternehmen auf…