Erschienen in Ausgabe 12-2016Märkte & Vertrieb

Big Player stecken zurück

Von dem guten Neugeschäft in der Lebensversicherung 2015 konnten viele Großunternehmen nicht profitieren

Von Christoph BaltzerVersicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.
Das Geschäftsjahr 2015 hätte für die Top Ten der Lebensversicherer besser laufen können. 50,4 der insgesamt 89,9 Mrd. Euro an Beitragseinnahmen flossen in die Kassen der zehn größten Lebensversicherer, das entspricht einem Marktanteil von 55,1 Prozent. Im Jahr 2014 hatten die größten deutschen Lebensversicherer noch 56,1 Prozent der Beitragseinnahmen des Marktes verbucht. Fast alle Großunternehmen verzeichneten geringere Beitragseinnahmen als im Vorjahr, vom erfolgsverwöhnten Branchenprimus Allianz bis hin zu Generali und Axa. Besonders stark büßte Ergo ein. Nach den jetzt publizierten Statistiken der Bafin sanken die Beitragseinnahmen der Munich-Re-Tochter von gut drei auf knapp 2,7 Mrd. Euro. Sie rutscht im Markt an die achte Stelle, dicht gefolgt von der stark wachsenden Bayern-Versicherung. Das Tochterunternehmen der Versicherungskammer Bayern hatte 2014 2,47 Mrd. Euro Beitragseinnahmen verbucht, im vergangenen Jahr waren es 2,66 Mrd. Euro. Hauptgrund für die Marktanteilsverluste der Groß­unternehmen war das schwache Einmalbeitragsgeschäft. 20,6 Mrd. Euro an Einmalbeiträgen verbuchten die Lebensversicherer insgesamt, das waren 12,6 Prozent weniger als im Erfolgsjahr 2014.

Fünf Prozent des Marktes im Run-off

Marktweit gingen die Beitragseinnahmen um 2,6 Prozent zurück. Sinkende Beitragseinnahmen hat es davor nur im Jahr 2011 gegeben, als viele Lebensversicherer nach einem überraschenden Boom das Einmalbeitragsgeschäft zurückgefahren hatten, um die Kollektive nicht aus dem Gleichgewicht geraten zu lassen. Dabei war das Neugeschäft im Jahr 2015 gar nicht so schlecht. Zwar sank die Zahl der vermittelten Verträge um 7,7 Prozent auf fünf Millionen Stück, doch die Versicherungssumme des Neugeschäfts stieg trotzdem. In der Summe belief sich das Neugeschäft nach Bafin-Zahlen auf 252,2 Mrd. Euro, 0,7 Prozent mehr als 2014. Nur in den Jahren 2004, 2011, 2012 und 2014 akquirierten die gut 230.000 Vermittler mehr als im vergangenen Jahr (Lebensversicherung in Zahlen, VW 7/2014, S. 31). Allianz, Zurich, Debeka und Nürnberger waren im Neugeschäft des Jahres 2015 weniger erfolgreich, nach oben ging es bei R+V, Ergo, Axa, der Bayern-Versicherung und der Alten Leipziger. Trotz eines sehr hohen Frühstornos gehört die Alte Leipziger zu den Gewinnern des Geschäftsjahrs 2015 und verdrängt die Nürnberger von Platz zehn der Lebensversicherer. Mit unterdurchschnittlichen Kosten und hohen Kapitalerträgen reüssiert der Gegenseitigkeitsversicherer bei Maklern. Im Jahr 2005…