Erschienen in Ausgabe 12-2016Köpfe & Positionen

Im Profil Uwe Ludka

„Experten mit Sachverstand gewinnen im Finanzbereich an Bedeutung“

Von Wolfgang OtteVersicherungswirtschaft

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Früher war die Versicherungswirtschaft anders. Ob besser oder schlechter, liegt wie so häufig im Auge des Betrachters. Diese Floskel gilt für viele Bereiche in einer Branche, die sich im grundlegenden Strukturwandel befindet. Zum Beispiel war es üblich, dass Vorstandsvorsitzende meistens erfahrene Juristen mit zweitem Staatsexamen waren. Nun machen vielfach Vertriebler, Informatiker oder Kapitalanleger den Karrieresprung an die Spitze. Seltener schaffen Mathematiker den begehrten Sprung ganz nach oben. Darüber kann Uwe Ludka, Vorstandsvorsitzender der Itzehoer Versicherungen, nur lächeln. Der diplomierte Wirtschaftsmathematiker führt das innovative Unternehmen mit Hauptsitz im nördlichsten Bundesland Schleswig-Holstein seit nunmehr zwei Jahren.
Der geborene Hannoveraner hat den trockenen Humor eines Norddeutschen, der eher nach dem Motto „weniger reden, dafür umso mehr zupacken“ handelt. Sein bisheriges berufliches Leben hat der 53-Jährige, und das dürfte in einer immer schnelllebigeren Zeit Seltenheitswert haben, ausschließlich dem bundesweit tätigen Versicherer in der 32.000 Einwohner-Stadt gleichen Namens gewidmet.

Doppeltes Glück

Durchaus kurios ist der Weg, der den Manager direkt in die Branche führte. „Das Studium der Mathematik stand für mich schon sehr früh fest. Aber mich nur mit theoretischen Formeln zu beschäftigen, war nicht mein Ding.“ Deshalb wählte er als Kombination die Verbindung von Mathematik mit Wirtschaft mit der Zielrichtung Statistik und dem Schwerpunkt Versicherungswirtschaft. Das sei damals in den 80-ern schon sehr ungewöhnlich gewesen. Da gerade in dieser Branche Statistiker gebraucht wurden, bei Behörden aber eher nichts zu gestalten gewesen wäre, habe er die Assekuranz als seine neue berufliche Heimat angesehen.
„Dann habe ich mir ein Unternehmen ausgesucht, das Aufbruch versprach. 1988, kurz vor der Deregulierung, war für mich klar, dass die Schaden-Unfallversicherer größere Freiheiten in der Tarif- und Produktgestaltung sowie der Kapitalanlage erhalten werden. Bekannt geworden bin ich mit dem Unternehmen, das mich zügig hat Karriere machen lassen, eher durch Zufall.“ Dann gibt Ludka noch etwas sehr Persönliches preis: „An dem Tag, an dem ich die Itzehoer kennenlernte, das war während eines Wirtschafts-Planspiels an der Universität Hamburg mit der Itzehoer, habe ich gleichzeitig meine Ehefrau kennen und lieben gelernt. Sie studierte damals Finanzwissenschaften. Das nenne ich doppelte Glücksstunde.“ Seit dem ersten Arbeitstag in…