Erschienen in Ausgabe 12-2016Märkte & Vertrieb

Chinesische Chaostage

Massive Käufe von Hongkonger Versicherungen beschleunigen Abwertung der Landeswährung

Von Heng YanVersicherungswirtschaft

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Obwohl viele reine Internet-­Versicherer mit ihren innovativen und oftmals eigenartigen Policen wie Stau-, Flugverspätungs- und Kaufrückgabe-Versicherungen viel Aufmerksamkeit erregt haben, präsentiert sich das Onlinegeschäft bei der Betrachtung der gesamten Zahlen der Branche doch als ein mühsam wachsendes. Laut dem Verband der Chinesischen Versicherungsbranche hat der Beitragsanteil der Sachversicherung durch den Online-Vertrieb in den ersten acht Monaten 2016 mit 5,95 Prozent sogar einen Rückgang von 26,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erlebt. Das Beitragseinkommen aus den Internet-Sachpolicen beträgt umgerechnet 4,82 Mrd. Euro. Darin bildet die Kfz-Versicherung mit 83,6 Prozent den Löwenanteil. Betrachtet man die konkreten Vertriebskanäle im Internetvertrieb, so kann festgestellt werden, dass rund 66 Prozent der Beiträge durch die eigenen Portale der Unternehmen, 14 Prozent durch Makler­portale und ca. 12 Prozent durch mobile Endgeräte erzielt wurden. Bleibt zu hoffen, dass beim größten Online-Shopping-Tag der Welt, dem sogennanten Singles Day am 11. November, auch das Internetgeschäft der Versicherer anzog. Allein an diesem Tag gaben die Chinesen 17,8 Mrd. Dollar online aus – ein Drittel mehr als im Jahr zuvor.

Regulierungslücke befördert Insidergeschäfte bei Versicherern

Vor Kurzem sind einige Fälle von Insidergeschäften in der Versicherungsbranche öffentlich geworden. Der Investment-Chef von China Life hatte 2014 im großen Stile bestimmte Aktien billig eingekauft und danach wieder teuer verkauft. So hatte er umgerechnet ca. 160.000 Euro verdient. Aufgrund dieses Geschäfts wurde er zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Bei der Ping An ist ein ähnlicher Fall eines Insider-Handels in Schanghai aufgeflogen. Der Vizedirektor der Abteilung für Aktieninvestition Zhang hat das Wissen über die unternehmens­internen Investitionspläne genutzt und im Namen seiner Frau umgerechnet 3,85 Mio. Euro verdient. Der Fall wird nun vor Gericht verhandelt.
Das Vorgehen vieler Manager wird durch die Tatsache befördert, dass es von der Aufsichtsbehörde keine Regelungen zum Insider-Handel gibt. Viele Assekuranz-Häuser haben eigene Regularien festgelegt. Ein großes Versicherungsunternehmen hat beispielsweise alle Angestellten, die in den Investitions­abteilungen arbeiten, dazu verpflichtet, die eigenen Aktiengeschäfte sowie die ihrer Verwandten dem Unternehmen zu melden.

Kauf von Hongkonger Policen mit Union Pay Karte eingeschränkt

In den vergangenen Monaten sind Käufe von…