Erschienen in Ausgabe 12-2016Unternehmen & Management

Effizienz im Siebverfahren

Erfolgsfaktoren für automatisiertes Reporting im laufenden Betrieb

Von Konstantin Lofink und Michael Mies und Martin EuskirchenVersicherungswirtschaft

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Die „Sprints“ waren intensiv, aber kurz. Am Projektziel angekommen, hatten Hannover-Re-Mitarbeiter nur wenige Wochen intensiv an der Automatisierung des Berichtwesens gearbeitet. Obwohl das gesamte Projekt ein Jahr dauerte, konnten sie sich über weite Strecken ganz ihrem Tagesgeschäft widmen. Trotzdem verfügen die Hannover-Re-Aktuare nun über ein Reporting-Tool, das sie die Datenflut managen lässt. Ein signifikanter Teil des Reporting-Prozesses konnte herausgelöst werden, er läuft nun automatisch ab. Der neue Prozess nimmt Daten schneller und effizienter auf, Auswertungen liefert er mit wenigen Clicks. Die Qualität der Daten ist nun höher und kann nun auch leichter überprüft werden.
Über den normalen HGB-Rahmen gehen Berichterstattungen von Versicherungsunternehmen hinaus. Bilanzierungen nach Solvency II oder MCEV liegen eine Vielzahl von Berechnungen und verbundenen Prozessen zugrunde. Damit Aktuare nicht „in Arbeit untergehen“ ist ein großer Schritt in Richtung Automatisierung notwendig. Ein Praxisbeispiel zeigt, was möglich ist.
Auf aktuariellen Abteilungen in Versicherungsunternehmen lastet großer Druck – von innen und außen. Ob Erst- oder Rückver­sicherer: Die Zeit zwischen zwei Reporting-Perioden ist in den vergangenen Jahren immer kürzer geworden. Zugleich steigt die Anzahl interner Anfragen nach dem aktuellen Stand und verlangt immer aufwändigere Ad-hoc-Analysen, die zusätzlich erledigt werden müssen. Kurz: Immer komplexere Fragen wollen immer schneller und detaillierter, jedoch mit weniger Aufwand, beantwortet werden. Der Lebensbereich der Hannover Re hat sich einer Automatisierung unterzogen, die im Branchenvergleich außergewöhnlich umfassend ist. Das Ziel: die Prozesse zur Datenaufbereitung und Herleitung von Annahmen vereinfachen; die damit verbundenen Abstimmungs- und Genehmigungsprozesse unter den Abteilungen deutlich verbessern.
Manuell trug der drittgrößte Rückversicherer der Welt Zahlenmaterial aus verschiedenen Ländern am Standort Hannover zusammen – jedes Quartal. Zur Berechnung des Risikokapitals und des MCEV musste das dortige Aktuariat die Daten prüfen, freigeben und weiterverarbeiten.
Die Herleitung von Modellpunkten und Annahmen für spezielle Rückversicherungsverträge wurde für die Aktuare stetig aufwändiger. Schließlich mussten diese zur gemeinsame Projektion von Ergebnissen zu homogenen Gruppen („Clustern“) zusammengefasst werden.

Datenverarbeitung ohne Fehler

In verschiedenen Formaten liefen die Daten der internationalen…