Erschienen in Ausgabe 11-2016

Die Qual der Wahl.

Von Dr. Dirk SolteVersicherungswirtschaft

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Als Anker der Dualität im System hat die private Krankenversicherung am Wirtschafts- und Gesundheitsstandort Deutschland einen festen Platz – eigentlich. Denn im politischen Diskurs wird sie immer wieder in Frage gestellt, gerade mit Blick auf anstehende Bundestagswahlen. Gegenwärtig bläst der PKV – und ihrer Kundschaft – besonders starker Wind entgegen. Grund: Ab 2017 müssen sich Privatversicherte auf Beitragserhöhungen einstellen. Rund elf Prozent mehr werden die Betroffenen durchschnittlich bezahlen, lautet die Meldung.
Die Marktplayer selbst stehen nun vor einem Härtetest zwischen niedrigen Zinsen, Reformanstrengungen und wachsenden Effizienzerfordernissen. Um den Kosten­anstieg in den Griff zu bekommen, sind die Privaten langfristig auf Hilfe von außen angewiesen. Sie müssen sich stärker vernetzen, sowohl untereinander als auch mit externen Leistungserbringern und Anbietern. Wie die PKV diesen Balanceakt bewältigen kann, beschreibt Gerhard Reichl, Krankenversicherungsexperte von Assekurata, in einem exklusiven Beitrag für die Versicherungswirtschaft (ab Seite 14).
Wenn es nach den Plänen von Andrea Nahles geht, werden Tariflösungen für einen wahren Schub in der Verbreitung von Betriebsrenten sorgen. Auch den Lebensver­sicherern können sich dadurch neue Markt­chancen eröffnen. Im Interview spricht GDV-­Geschäftsführer Peter Schwark (Seite 28) über das Zusammenspiel verschiedener Vorsorgearten und erklärt, wieso Deutschland in der Rentendebatte gut aufgestellt ist.
Im demokratischen Staatswesen entscheiden Mehrheiten darüber, welche Volksvertreter die individuellen Interessen bei den Debatten über politische Ziele und gesetzliche Vorgaben repräsentieren. Schließlich geht es um Ordnung, Werte und um die Richtungsentscheidung für den Zeitraum einer ganzen Regierungsperiode. So steht in wenigen Tagen auch die Wirtschaftsmacht USA vor einer richtungsweisenden Wahl. Einer Wahl zwischen zwei Persönlichkeiten, deren Positionen und Programme unterschiedlicher kaum sein könnten (siehe Seite 40): Offenheit gegen Abschottung, soziale Reformen gegen soziale Eigenverantwortung, strikte Regulierung gegen lockere Finanzmarktkräfte. Längst geht es im vorpräsidialen Zweikampf zwischen Hillary Clinton und Donald Trump aber nicht nur um bloße Inhalte oder nackte Zahlen, sondern um Charisma, Sympathien und Emotionen.
Amerikanische und europäische Versicherer ihrerseits bleiben gewohnt cool. Sie erwarten keine tiefen Einschnitte in ihren wirtschaftlichen Beziehungen. Das…