Erschienen in Ausgabe 11-2016Trends & Innovationen

Schaden-Prisma Oktober 2016

Ein schwerer Brand im Hafen der BASF legt die Produktion lahm und kostet drei Feuerwehrleuten das Leben

Von Dominic EggerVersicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.
Zu einem folgenreichen Brand kam es am 17. Oktober auf dem Ludwigshafener Werksgelände des weltgrößten Chemie-Produzenten BASF. In einer Propylen-Leitung, die gerade repariert wurde, brach gegen Vormittag ein Feuer aus. Der zu Land und Wasser herbeieilende Brandschutz brachte das Feuer zwar bis zum Abend unter Kontrolle, eine heftige Explosion mit etlichen Folgebränden kostete zuvor jedoch drei Feuerwehrleuten das Leben, acht Schwerverletzte wurden zu Redaktionsschluss gezählt.
Der Hafen der BASF bleibt als Brandort bis auf weiteres gesperrt und fällt für die Logistik aus. Die meisten der 2.100 LKWs, die den Chemie-Giganten täglich durch Tor 15 anfahren, stauten sich rund um das Werksgelände. Die Hauptzufahrt liegt zu nah am Unfallort.
Die Folge: Zwei Tage lang standen die zwei Steamcracker still, die sonst rund um die Uhr Rohbenzin in Ethylen und Propylen aufspalten, die Grundbausteine für PVC, Klebstoff oder Lack. Mit einer Fläche so groß wie 13 Fußballfelder bilden Cracker I (Baujahr 1965) und Cracker II (1980) das Herzstück des Verbundwerks am Stammsitz. Jährlich werden hier 620.000 Tonnen Ethylen und 350.000 Tonnen Propylen hergestellt. Die beiden Stoffe stehen zudem im Verdacht, bei dem Unfall in Brand geraten zu sein.
Die Krise versuchte die Werksführung zu bewältigen, indem sie die Anlieferung der dringend benötigten Rohstoffe über den Mannheimer Hafen auf der gegenüberliegenden Rheinseite und über andere Werkstore umleitete. Um einer drohenden Haftung für zurückgewiesene Lieferungen zuvorzukommen, berief sich die BASF auf eine Höhere-Gewalt-Klausel. Am Unfalltag wurden keine erhöhten Schadstoffwerte gemessen – Entwarnung für die Bevölkerung von 2,3 Millionen Bewohnern an Rhein und Neckar.
Als Teil der Krisenkommunikation informierte das Unternehmen über seinen Versicherungsschutz. Die eigene Haftpflicht sowie die Schäden Dritter reguliert die BASF über ihre hochsolvente Captive Lucura, die im vergangenen Jahr rund 40 Prozent der Schadensummen an die Rückversicherer weitergeben konnte. Deren Einschätzung des Schadens vor Bekanntgabe der Daten fällt unterschiedlich aus. Während Munich Re von einem geringen Schaden ausgeht, hält die Hannover Rück den Schaden auch aufgrund des Betriebsausfalls für durchaus signifikant.

Millionenschaden bei Aldi

Ein Großaufgebot der Feuerwehr war nötig, um die am 14. Oktober 2016 in Brand geratene Aldi-Filiale im rheinland-pfälzischen Wolfstein zu löschen. Der mutmaßliche Täter, ein 21 Jahre alter Mann, hatte einen…