Erschienen in Ausgabe 11-2016Trends & Innovationen

Produktregulierung durch Pepp befürchtet

Eiopa wirbt für die einheitliche Europarente, bei der Vermittler überflüssig werden

Versicherungswirtschaft

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Die Forcierung des Pan European Pension Product (Pepp) durch die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa stößt beim Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) auf scharfe Kritik. „Uns erschließt sich nicht, warum die Eiopa die 1994 erfolgte sinnvolle Deregulierung im Produktbereich wieder zurückdrehen will“, kritisiert BVK-Präsident Michael H. Heinz. Gabriel Bernardino warb auf der sechsten Eiopa-Konferenz in Frankfurt/Main abermals für ein EU-einheitliches Rentenprodukt. Gegenüber Journalisten stritt er ab, dass Eiopa die Versicherungsmärkte jetzt in die Produktregulierung zurücktreibt. Vielmehr wolle man das Vertrauen der Verbraucher in die private Altersvorsorge reinstallieren. „Wenn es viele Produkte mit kleinen Vertragszahlen gibt, sind die Kosten pro Vertrag hoch“, sagte der Eiopa-Präsident. „Mit größerem Geschäftsvolumen sinken die jeweiligen Kosten, die Erträge steigen und damit die Renditen für die Kunden.“ Doch für den BVK werden gerade die Kunden unter den standardisierten Produkte leiden. Gelebter Verbraucherschutz sei nur dann möglich, wenn Kunden weiterhin die Wahloptionen zur Verfügung stehen, die ihrer besonderen Lebenssituation entsprechen würden. „Mit Pepp erweist man den Verbrauchern eher einen Bärendienst“, sagt Heinz. Auch der geplante Vertriebsweg sorgt für Unmut. Pepps sollen zu schlanken Kosten online verkauft werden. Vermittler sollen beim Vertrieb außen vor bleiben. Bei einem Standard-Produkt wären sie in der Tat auch überflüssig.
GDV-Präsident Alexander Erdland hatte sich im vergangenen Jahr positiv über den Eiopa-Vorstoß geäußert. Politiker der CDU und der Grünen sparten jedoch nicht mit Kritik. Vorwurf: Einmischung in nationale Angelegenheiten. Bernadino versichert hingegen, dass ein Wegfallen nationaler Produkte durch die EU-Rente nicht zu befürchten sei. Pepp könne parallel dazu eingeführt werden.vw