Erschienen in Ausgabe 11-2016Unternehmen & Management

EU-Flickenteppich schreckt Investoren ab

Einheitlicher europäischer Aufsichtsmechanismus soll Kapitalmarktunion verwirklichen

Von Thomas A. FriedrichVersicherungswirtschaft

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Investoren erwarten zuallererst ein Klima des Vertrauens“, beschreibt Peter De Proft, Generaldirektor der European Fund and Asset Management Assocation (EFAMA) die Erwartungen seiner Branche. Efama unterstütze das von der EU-Kommission proklamierte Ziel einer Capital Market Union (CMU), damit Finanzprodukte über Grenzen hinweg in einem funktionierenden EU-Binnenmarkt ohne Barrieren angeboten werden könnten. Die Finanzmarktindustrie stehe mit Initiativen wie Fintechs und Robo advice vor einer Revolution der Finanzdienstleistungsmärkte. Proft beruhigte gleichzeitig Stimmen aus der Versicherungswirtschaft, die sich die bange Frage stellen, ob ihr traditionelles Geschäftsmodell künftig durch Apps auf dem Smartphone obsolet werden könnte.
Die persönliche Beratung von Finanzdienstleistern – wie bisher von Banken und Versicherungen angeboten – werde sich auch in Zukunft behaupten und von Robo advice nicht ersetzen werden. „Im Gegenteil, bei den neuen Formen passiven Investments besteht eine echte Beratungslücke“, sagte Proft bei einem Mitte Oktober vom Europäischen Parlament (EP) veranstalteten Seminar „The Future of Asset Management“.
Auf Initiative des finanzpolitischen Sprechers der Grünen, Sven Giegold, und der konservativen EPP-Europaabgeordneten Sirpa Pietikäinen diskutierten Experten der Finanzdienstleistungsbranche aus Wirtschaft und Wissenschaft über die Perspektiven von Investitionen zugunsten von nachhaltigen Infrastrukturen sowie über Verbesserungen der Rahmenbedingungen im Lichte der europäischen Finanzmarktneuordnung. Da ist zunächst einmal die Alternative Investment Fund Managers Directive (AIFMD) zu nennen, die nach dem internationalen Finanzcrash Immobilienfonds und andere alternative Finanzprodukte der europäischen Gesetzgebung unterwerfen will. Demnach müssen alle Anbieter derartiger Produkte zukünftig in der gesamten EU eine einheitliche Zulassung nach einheitlichen Benchmarks nachweisen. Aber die Umsetzung ins nationale Recht innerhalb der 28 EU-Mitgliedstaaten lässt weiter zu wünschen übrig. Im Mai 2015 hatten erst rund ein Drittel der EU-Staaten die AIFM-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt. EP-Berichterstatterin für diese EU-Richtlinie ist die dänische Europaabgeordnete Sirpa Pietikäinen. Sven Giegold zeichnet als Berichterstatter für die EU-Richtlinie 2014/91/EU zur Koordinierung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften von Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (OGAW) verantwortlich.

„Auf Zuhörer-Modus schalten“

Die…