Erschienen in Ausgabe 11-2016Märkte & Vertrieb

Showdown

Der US-Wahlkampf geht in die letzte Runde – worauf sich Politik, Wirtschaft und Versicherer nach dem 8. November einstellen müssen

Von Versicherungswirtschaft

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USA. Es sind drei Buchstaben mit einem enormen Gewicht. Es sind aber auch Buchstaben, die für Geschichten der Gegensätze stehen: Innovation gegen Rückstand, Toleranz gegen Abschottung, Wohlstand gegen Armut. Unter allen OECD-Staaten etwa herrschen nur in Mexiko größere Einkommensunterschiede als in den Vereinigten Staaten. Die Gegensätze könnten tatsächlich nicht größer sein – auch nicht zwischen den Kandidaten für das nächste Präsidentschaftsamt. Wenn es in wenigen Tagen an die Wahlurnen geht, werden Hillary Clinton und Donald Trump noch stärker in den Mittelpunkt des globalen Interesses rücken. Und Amerika steht am Scheideweg.
Während die Demokratin Clinton verstärkt in die Infrastruktur investieren, die erneuerbaren Energien fördern und Barack Obamas Gesundheitsreform fortführen und verbessern will, setzt Trump seinen Fokus auf Abschottung und die Stärkung des Binnenmarktes. Der republikanische Kandidat fordert eine Bundesstaaten übergreifende Öffnung der Versicherungsmärkte, Beiträge zu privaten Krankversicherungen sollen steuerlich absetzbar werden. Die Krankenversicherungspflicht, die der Affordable Care Act eingeführt hat, möchte er hingegen komplett abschaffen. Nach Schätzung des Ministeriums für Gesundheitspflege und Soziale Dienste der Vereinigten Staaten haben sich seit Inkrafttreten des Affordable Care Acts im Jahr 2010 rund 20 Millionen Menschen neu versichert, ca. 24 Millionen erhielten Zugang zu subventionierten oder gebührenfreien Dienstleistungen. Der Anteil der nicht-versicherten US-Amerikaner lag 2015 bei 9,1 Prozent – der niedrigste Wert in der US-Geschichte. Sollte der Affordable Care Act unter Trump abgeschafft werden, könnten fast 21 Millionen Bürger ihren Versicherungsschutz verlieren, warnen Kritiker.
Im Bereich der Finanzmarktregulierung will Clinton bestehende Maßnahmen forcieren. Sie schlägt eine Risikogebühr für die größten Finanzinstitute vor. Schlupflöcher, die es den Unternehmen ermöglichen, risikoreiche Investitionen mit dem Geld von Steuerzahlern zu tätigen, sollen geschlossen werden. Dass zu große Finanzplayer entstehen, die in die Kategorie „too big to fail“ fallen, möchte Clinton unbedingt vermeiden. Dafür sollen Regulierer mehr Handlungsspielräume erhalten. Trump seinerseits fordert hier den Abbau von Bürokratie und eine Freisetzung der Marktkräfte. Fast alle Finanzmarktreformen, die unter Obama in Kraft getreten sind, will der Unternehmer im Falle seiner Präsidentschaft rückgängig machen.
Indes dürfte die Beziehung…