Erschienen in Ausgabe 11-2016Unternehmen & Management

Kriminelles Schauspiel im Drei-Minuten-Takt

Einbrücke kosten Versicherer 530 Mio. Euro jährlich – aufgeklärt werden nur die wenigsten Fälle

Von Manfred GöthVersicherungswirtschaft

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Durch die Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik für die Jahre 2013, 2014 und 2015 wurde deutlich, dass die Dieb­stahlrate in einer beachtlichen Form angestiegen war. Etwa alle dreieinhalb Minuten soll es durchschnittlich zu Einbrüchen in Häuser und Wohnungen gekommen sein.
Nach dieser Statistik soll es 149.500 Einbruchsdiebstähle in Deutschland im vergangenen Jahr gegeben haben. Die Steigerungsrate zum Vorjahr soll 3,7 Prozent betragen. Dies soll der höchste Steigerungswert der vergangenen fünfzehn Jahre sein. In den letzten fünf Jahren haben die Polizeistatistiker ein Anwachsen von satten 31 Prozent verzeichnet. Je nach Bundesland sind Steigerungen von 20 Prozent (Mecklenburg-Vorpommern) bis zu 90 Prozent (Thüringen) zu verzeichnen gewesen. Dabei hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ausgewiesen, dass diese Einbruchsdiebstähle die Versicherungswirtschaft 530 Mio. Euro kostet. Die Aufklärungsquote der Gesamtkriminalität soll nach Aussage der Kriminalstatistik bei 54,5 Prozent liegen. Es wird demnach jede zweite Tat aufgeklärt. Beim Einbruchsdiebstahl jedoch nur 15,5 Prozent. In den Medien wird Deutschland oft als ein Paradies für Einbrecher bezeichnet. Das gezeichnete Bild vermittelt, dass sich viele Bürger schutzlos fühlen: Der Ruf nach „polizeilicher Präsenz“ wird laut.

Schwachstellen in der Aufklärung

Natürlich versuchen sowohl die Beratungsstellen der Polizei als auch der VdS für die Versicherer und eine Vielzahl von Schlüsseldiensten, Sicherungsfachgeschäften und Sicherungsfachberatern den Bürger zu informieren und im Schadenfall zu helfen. Initiativen wie die K-Einbruch, von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes ins Leben gerufen, bieten für Privatpersonen Informationen rund um Einbruchschutz. Tatsache ist jedoch, dass eine Vielzahl von ähnlichen Programmen, die in den letzten Jahren zu einer Verbesserung führen sollten, keinen Rückgang der Einbruchdiebstähle erwirken konnte. Ist Einbruch für die Täter also weiterhin ein lohnendes Geschäft? Leider scheinen auch die Ermittlungsbehörden und die Versicherungswirtschaft, die Einbruchsfälle aufklären und abwickeln sollen, zum Status Quo einen Anteil beizutragen: Vor Jahren gab es bei vielen Polizeidienststellen wesentlich mehr Personal, das dafür zuständig war, den Einbruchsdiebstahl zu bearbeiten und für eine gute Aufklärungsquote zu sorgen. Die teilweise drastische Personalreduzierung ist letztlich auch ein Grund dafür, dass die…