Erschienen in Ausgabe 10-2016Trends & Innovationen

Im Zukunftslabor der Rückversicherung

Vom Cat-Bond bis zur VIF-Transaktion – Sigma-Studie stellt maßgeschneiderte Reinsurance-Lösungen vor

Von Christoph BaltzerVersicherungswirtschaft

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Solvency II verändert das Rückversicherungsgeschäft. Am 1. Januar 2016 ist in Mexiko ein Aufsichts-Modell eingeführt worden, das auf dem Prinzip des risikobasierten Kapitals (risk based capital, kurz RBC) fußt und Solvency II nachempfunden ist. „Es wird erwartet, dass Brasilien und Chile in den nächsten ein bis drei Jahren ähnliche Systeme einführen werden“, berichtet die Swiss Re in einer in Monte Carlo vorgestellten Studie („Strategische Rückversicherung und Versicherung: zunehmender Trend zu maßgeschneiderten Lösungen“). Auch in Kolumbien, Costa Rica und Peru wird die Regulierung der Versicherer modernisiert, indem man RBC-Prinzipien immer stärker einbezieht. Solvency II in einer Light-Version, sozusagen.

Tailor Made Solutions im Trend

Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, müssen die Versicherer, allen voran die Gegenseitigkeitsvereine, massiv in die Unternehmenssteuerung investieren. Rückversicherer haben das als Geschäftschance entdeckt. Es geht dabei nicht nur um Know-how-Transfer sondern auch um hartes Eigenkapital. Wo es zu Engpässen kommt, hilft Rückversicherung. Munich Re und Swiss Re sehen in maßgeschneiderten Lösungen derzeit einen der wichtigsten Treiber ihres Geschäfts (Bericht auf S. 28). Das liegt auch daran, dass die Versicherungskonzerne im Zuge der Einführung von Solvency II ihre interne Risikosteuerung zentralisiert haben. Die traditionellen Rückversicherungslösungen sind auf die Bedürfnisse von Einzelgesellschaften zugeschnitten, eine Kfz-Quote hier, ein XL-Layer da. „Die Rückversicherungsmärkte verändern sich rasant“, schreibt das siebenköpfige Autorenteam, darunter VVW-Autor Peter Liebwein („Klassische und moderne Formen der Rückversicherung“). Weltweit haben die Versicherer ihr Kapital- und Risikomanagement immer weiter verbessert, stellen die Forscher fest. „Konsolidierung, sich verändernde Solvabilitätsvorschriften und eine zunehmende Verbreitung des Enterprise-Risk-Management (ERM) führen dazu, dass Versicherer und große Unternehmen Rückversicherungen zunehmend zentral abschließen.“ Prominentes Beispiel ist die Zurich, die im vergangenen Jahr die Zahl ihrer Rückversicherer reduziert hat. Die unzähligen Tochterunternehmen der Allianz zedieren inzwischen komplett an die Münchener Allianz SE. Die wiederum kauft sich Retrodeckungen für die ganz großen Schäden ein.
„Das Angebot von Katastrophenrückversicherungen hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert“, berichten die Wirtschaftsforscher der Swiss Re. Das alternative…