Erschienen in Ausgabe 10-2016Trends & Innovationen

Schaden-Prisma September 2016

Taifun auf Taifun: China, Taiwan und Japan kommen wegen verheerender Wirbelstürme nicht zur Ruhe

Von Dominic EggerVersicherungswirtschaft

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Hatte Munich Re in seiner Schadensbilanz für das erste Halbjahr 2016 noch das ungewöhnliche Ausbleiben von Taifunen im Nordwestpazifik bemerkt, wartete das zweite Halbjahr mit einigen Rekorden auf: Gleich zweimal innerhalb von acht Tagen wurde die Region in diesem September von den tropischen Wirbelstürmen heimgesucht. Am 15. September wütete mit „Meranti“ in Südostchina und Taiwan der dort stärkste Taifun seit über 60 Jahren. Besonders betroffen war die chinesische Provinz Fujian, wo der Wirbelsturm mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 km/h Bäume entwurzelte, Häuser beschädigte und starke Regenfälle die Straßen unwegbar machten. Die Strom- und Wasserversorgung der Hafenmetropole Xiamen brach zeitweise zusammen. Die chinesischen Behörden reagierten mit Alarmstufe „Rot“: Die Bürger wurden aufgefordert, das Haus nicht zu verlassen, 175 Flüge wurden gestrichen und etliche Schiffe mussten in die Häfen zurückkehren. Ein ähnliches Bild ergab sich in den Nachbarprovinzen Guangdong und Zhejiang.
Auf seinem Zug durch Ostasien verwüstete der Taifun auch den Süden der Inselrepublik Taiwan. Dort wurden Wellen von über zwölf Meter beobachtet. 867.000 Haushalte blieben ohne Strom bzw. 700.000 ohne Wasser. Der Betrieb des Atomkraftwerks in Hengchun wurde vorübergehend eingestellt. Personenschäden hielten sich hingegen in Grenzen: ein Fischer kam in Kaoshiung zu Tode, weitere 38 Menschen wurden verletzt.
Einen Donnerstag später folgte „Malakas“, der mittlerweile 16. Taifun in diesem Jahr. Betroffen waren erneut Teile Taiwans sowie die südjapanische Insel Kyushu. Der Wirbelsturm bewegte sich mit 40 km/h und erreichte Windgeschwindigkeiten von bis zu 180 km/h im Gepäck. Damit kam er fast an seinen Vorgänger der vorigen Wochen heran. Neben Erdrutschen und überschwemmten Straßen verursachte der kleine Bruder von Meranti Stromausfälle in 240.000 japanischen Haushalten. Auch hier wurde der Verkehr zu Wasser, Land und zur Luft stark eingeschränkt. Mindestens fünf Personen wurden verletzt. Auch in Kyushu erreicht die diesjährige Taifun-Saison die Rekordgrenze: Die Zahl der Tropenstürme stieg auf das zweithöchste Niveau seit 1951.
Mit 4,83 Mrd. US-Dollar bleiben die geschätzten Schäden der diesjährigen Taifun-Saison allerdings unter denm Durchschnitt der vergangenen Jahre.

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