Erschienen in Ausgabe 10-2016Trends & Innovationen

„Haltelinie beim Rentenniveau“

Bundesministerin Andrea Nahles will Leben im Alter lebenswerter machen

Versicherungswirtschaft

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Das Bundeskabinett hat wie erwartet die Flexi-Rente beschlossen. Damit sollen ältere Arbeitnehmer mehr Möglichkeiten für einen flexiblen Übergang in die Rente bekommen. Das zentrale Anliegen sei dabei der Abbau von Hindernissen für eine vorgezogene Teilrente für Menschen, die noch in Teilzeit weiterarbeiten möchten. Der Zuverdienst kann auch bis zu 6.300 Euro jährlich betragen. Verdient eine Person in Rente mehr, werden 40 Prozent des Zuverdienstes von den Bezügen einbehalten. Nimmt die Flexi-Rente nun auch die parlamentarische Hürde, sollen ab Anfang 2017 Bezieher einer vorgezogenen Vollrente künftig durch die anhaltende Beitragszahlung ihren Rentenanspruch erhöhen können. Versicherte sollen auch die Möglichkeit erhalten, früher und flexibler zusätzliche Beiträge in die Rentenkasse einzuzahlen, um Rentenabschläge auszugleichen. Damit soll sich ein vorzeitiger Renteneintritt besser absichern lassen. Teile der neuen Regelungen sollen zum Jahresanfang in Kraft treten, das neue Hinzuverdienstrecht erst ab Juli 2017.
Darüber hinaus will Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles im November ein Gesamtkonzept zur Altersvorsorge vorlegen, das die private und die betriebliche Vorsorge einbezieht. Bei einer Rententagung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) kündigte sie an, sich für ein stabiles Rentenniveau einzusetzen: „Wir brauchen eine Haltelinie beim Rentenniveau“, forderte Nahles. Nach jetziger Beschusslage wäre zu erwarten, dass das Niveau bis 2030 auf bis zu 43 Prozent sinkt. In den 80er-Jahren lag das Rentenniveau noch bei 57 Prozent des Durchschnittsverdienstes nach Abzug des Krankenkassenbeitrags. Die Rentenpolitik müsse ein würdevolles Leben im Alter ermöglichen, sagt Nahles. Momentan sei das Kernversprechen des Sozialstaats in Gefahr. Eine Korrektur des Niveaus innerhalb der bestehenden Legislaturperiode ist aber unwahrscheinlich.vw