Erschienen in Ausgabe 10-2016Unternehmen & Management

Wege für eine bessere bAV

Wie Betriebsrenten gestärkt werden können

Von Prof. Dr. Fred Wagner und Dr. Klaus Friedrich und Dr. Christian B Schareck und Katharina VollmerVersicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.
Im November will die Bundesregierung ein Gesamtkonzept für eine Rentenreform vorstellen. Dabei geht es sowohl um die gesetz­liche Rentenversicherung als auch um die betriebliche Altersversorgung. Der Durchdringungsgrad der bAV ist vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) immer noch unzureichend.
Um die bAV voranzubringen, werden sowohl auf politischer Ebene als auch von Akteuren im Bereich der bAV Lösungsansätze diskutiert. In seiner Rede vor dem Bundestag am 6. September erläuterte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, dass sein Ministerium und das von Arbeitsministerin Andrea Nahles daran arbeiten, Arbeitnehmern mit geringeren Einkommen steuerliche Anreize zu geben und KMU dadurch den Einstieg in die bAV zu erleichtern.

Budgets der Arbeitnehmer begrenzt

Ministerialrat Peter Görgen gab am 8. September auf der Pensionskassentagung der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung (aba) einen Einblick in die diskutierten Themen: Ein Zielrentensystem (Defined Ambition) würde intensiv diskutiert, wobei die Kommunikation von Renten, die in gewissen Fällen auch sinken können, sicherlich schwierig wäre.
Die Enthaftung von Arbeitgebern und die Sicherung von Ausfällen von Versorgungsträgern sind eng mit einem derartigen Zielrentensystem verknüpft. Eine Übertragung eines derartigen Zielrentensystems auf den Bestand an Zusagen wird wohl kritisch gesehen. Für das ebenfalls diskutierte Auto Enrolment (Opting-Out) müssten rechtliche Voraussetzungen geschaffen werden. Die Thematik der Anrechnung auf die Grundsicherung werde diskutiert, aber hier gäbe es starke Herausforderungen im Zusammenhang mit der Systematik in der Sozialversicherung. Die Doppelverbeitragung bei riestergeförderter bAV ist als Hemmnis erkannt. Eine Ausweitung des Dotierungsrahmens des § 3 Nr. 63 EStG ist in der Diskussion. Ebenso soll für Geringverdiener eine spezielle steuerliche Förderung via eines partiell über die Lohnsteuerabrechnung rückerstattbaren Arbeitgeberanteils im Gespräch sein. Einen Gesetzentwurf scheint es noch nicht zu geben.
Die Studie „Wege in der bAV zur Erreichung eines angemessenen Altersvorsorgeniveaus – unter besonderer Berücksichtigung der Situation in kleinen und mittleren Unternehmen“ widmet sich bisherigen Hemmnissen und potenziellen Lösungsansätzen, den Durchdringungsgrad sowie den ebenso wichtigen Versorgungsgrad in der bAV zu erhöhen.
Im Rahmen einer Interviewreihe wurden 28 Vorstände, Geschäftsführer und höchste Repräsentanten von Produktanbietern…