Erschienen in Ausgabe 10-2016Märkte & Vertrieb

„Wir treten nicht als Billigheimer an“

Die Führungscrew des Deutschland-Ablegers von Berkshire Hathaway erklärt, wie sie den deutschen Industrie-Markt erobern will

Von Uwe Schmidt-KasparekVersicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.

Versicherungswirtschaft: Ihre Botschaft ist Vertrauen, Integrität und umsichtiger Umgang mit den Risiken der Kunden. Das ist ambitioniert. Großmakler, die wir im Vorfeld gefragt haben, geben Ihnen schon heute einen guten Leumund. Wieviel Geschäft haben Sie schon geschrieben?

Gregor Köhler: Wir sind eine Niederlassung der Berkshire Hathaway International Insurance Ltd. und treten unter der Marke BHSI auf. Wir betrachten uns als zu Berkshire Hathaway Specialty Insurance gehörig. Berkshire Hathaway International Insurance hat in Europa schon ein paar Verträge gezeichnet und das Geschäft läuft gut an. Als Erstversicherer ist BHSI bisher nur in den USA, Kanada, Hongkong, Singapur und Australasien aktiv und zeichnet dort ein Prämienvolumen von rund einer Milliarde US-Dollar. Unser Konzern ist in Europa bisher nur als Rückversicherer aufgetreten, hier in Deutschland beispielsweise über die GenRe. Weltweit schreibt die Berkshire Group of Insurance Companies 2015 rund 41 Mrd. US-Dollar an Versicherungsprämien. Nun starten wir als Erstversicherer hier in Europa.
Jörg Bechert: Seit April 2013 ist BHSI als Erst-Versicherer aktiv. BHSI hat auf globaler Basis insgesamt 500 Mitarbeiter beschäftigt, Tendenz steigend. Unsere Konzernmutter ist überzeugt davon, dass wir uns auch in Europa profitabel aufstellen können.

Wollen Sie also selbst Risikoträger sein oder ein Konsortium führen?

Gregor Köhler: Beides. Allein sehr große internationale Property-Programme möchten wir derzeit noch nicht in Führung zeichnen.

500 Mitarbeiter weltweit, das kommt mir wenig vor. Gelten daher die recht hohen Prämienschwellen, die je nach Sparten zwischen 50.000 oder 100.000 Euro schwanken?

Gregor Köhler: Dass wir noch nicht auf die Breite des Marktes zugehen, hat rein logistische Gründe. Wir müssen unsere derzeitigen Ressourcen einteilen. Wir werden die Schwellenwerte aber jedes Jahr überprüfen. Sie sind auf keinen Fall in Stein gemeißelt.

Sollen Großkunden Ihr Aushängeschild werden?

Gregor Köhler: Nein. Ich bin überzeugt, dass wir keine Prestige-Kunden-Jagd machen sollten. Jeder Kunde ist uns gleich wertvoll, egal, ob es sich um einen Dax-30-Konzern handelt oder andere Größenordnungen vorliegen.

Lieferte Ihnen der Rückversicherer, etwa die GenRe, ein Entree bei ihren Kunden?

Ulrich Kremer: Auf keinen Fall. Das Rückversicherungsgeschäft ist streng getrennt. Es gibt keinerlei Vernetzung. Zudem ist das Rückversicherungsgeschäft nicht auf den Erstversicherungsmarkt übertragbar.

Wie wollen Sie einen