Erschienen in Ausgabe 10-2016Köpfe & Positionen

Im Profil Volker Steck

„Unsere Mentalität besteht darin, gründlich, nachhaltig und unaufgeregt zu arbeiten“

Von Wolfgang OtteVersicherungswirtschaft

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Der Standort der Helvetia Versicherungen in der Main-Metropole Frankfurt, dem Finanzzentrum schlechthin, könnte nicht besser sein. Wenn Volker Steck, CEO der Deutschland-Zentrale, den Blick aus seinem Büro wirft, schaut er auf die Paulskirche, die Wiege der demokratischen Bewegung hierzulande. Der sportliche 49-Jährige führt seit knapp zwei Jahren das „mittlere aber feine“ Unternehmen. Die Versicherungswirtschaft nimmt er als dynamische Branche wahr, die allerdings anderen Industrie- und Wirtschaftszweigen hinterherhinke. „Nahezu jeden Tag hört man von neugegründeten Start-ups, die den etablierten Unternehmen am Markt Dampf machen“.
Steck erinnert sich an seinen Berufseinstieg vor rund 20 Jahren: „In der Branche hat sich seitdem einiges deutlich verändert. Vor allem der gefühlte und tatsächliche Wettbewerbsdruck ist deutlich stärker geworden“. Andererseits seien das heute sehr spannende Zeiten, betont ein überzeugend auftretender Manager. „Veränderungsprozesse machen mir Spaß“. Gerade ein Unternehmen wie die Helvetia ermögliche es ihm, gestalterisch aktiv zu sein. „Ich gehe jeden Tag mit Freude ins Büro“. Auf dem Erreichten, weiß Steck, kann er sich keineswegs ausruhen. Zu anspruchsvoll seien die heutigen Zeiten. „Ich muss auch abrupten Entwicklungen in der Branche gegenüber aufgeschlossen sein, um die richtigen und schnellen unternehmerischen Entscheidungen treffen zu können. Das setze voraus, ständig den Veränderungsbedarf zu hinterfragen. Als Teil einer großen schweizerischen Versicherungsgruppe verfügt der 49-Jährige nach seiner Einschätzung über relativ große Freiheiten, um den traditionsreichen Deutschland-Ableger weiter voran zu bringen.
Zu den wesentlichen Merkmalen der Führungskultur eines Konzerns im Alpenland hat der zweifache Familienvater eine spontane Antwort: „Es geht darum, das föderale System zu leben“. Durch das richtige Management in den Ländermärkten werde Vertrauen zur Konzernspitze aufgebaut. Das sei wichtiger und nützlicher als noch so viele Kontrollsysteme. „Der Konzern legt sehr viel Wert auf die handelnden Personen und ihre Qualitäten“.
„Natürlich fühle ich mich als Teil der Gruppe und lege eine Fünf-Jahres-Planung vor. Wenn dann das Zielfeld feststeht, liegt alles Weitere, also auch der Weg zum Ziel, in meiner Verantwortung“. Dieser kulturelle Unterschied, so der frühere Radrennfahrer, mache den Unterschied zu vielen internationalen Konzernen aus. Die Helvetia pflege in ihren Tochtergesellschaften ein extrem hohes Unternehmertum…