Erschienen in Ausgabe 1-2016Schlaglicht

„Bei Geschäftsprozessen sind deutsche Manager Weltmeister“

Employability-Expertin Jutta Rump über Schwächen und Stärken der Führungsmethoden am Versicherungsstandort D

Von Versicherungswirtschaft

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Versicherungswirtschaft: Andere Zeiten befördern immer auch andere Leute mit anderen Fach- und Führungskompetenzen an die Unternehmensspitzen. Welche Manager-Typen sind heute gefragt? Was sind die Soll-Profile der nachkommenden Generationen – strategisch und kreativ?

Jutta Rump: Zwischen Unternehmens- und Personalführung muss grundsätzlich differenziert werden. Bei der Unternehmensführung − also dem Management als solchem − bedarf es ganz bestimmter Skills, um aus der gegenwärtigen Marktbeschleunigung, einem verdichteten Wettbewerb und der rasanten Verarbeitung von Informationen die richtigen Schlüsse zu ziehen. Heutige Top-Manager brauchen ein hohes Maß an Methodenkompetenz, bestehend aus analytischen Fähigkeiten und strategischem Denken. Zudem müssen sie bereit sein, unpopuläre und auch riskante Entscheidungen zu treffen. Mut ist in einer Führungsposition unerlässlich. Auf personalpolitischer Ebene indes sind Manager gefragt, die partizipativ, kommunikativ und im demokratischen Sinne führen. Mitarbeiter wollen zunehmend an Entscheidungsprozessen innerhalb ihrer Unternehmen teilhaben. In diesem Kontext ist eine Veränderung des Rollenverständnisses künftiger Führungskräfte zu erwarten. Der Manager ist ein Impresario − jemand der Rahmenbedingungen gestaltet, koordiniert und sozial kompetent ist. Die Entscheidungsbefugnisse aber finden verstärkt Niederschlag auf Mitarbeiterebene.

Haben es die heutigen Manager schwieriger, ein Unternehmen zu führen?

Ganz klares Ja. Führung vor zehn Jahren ist nicht vergleichbar mit Führung von heute und schon gar nicht mit der von morgen. Dazwischen liegen Welten ...

... Wie kommen dann die klassischen Firmenchefs mit den neuen Führungsstilen zurecht?

Es gibt eine ganze Reihe von Managern auf allen Führungsebenen, die seit Jahren gute Arbeit leisten. Für sie stellt der Schritt in eine Business-Zukunft unter veränderten Wettbewerbsbedingungen kein allzu großes Problem dar. Manager hingegen, die sich ausschließlich als Fachleute verstehen, können diesen Schritt hinsichtlich der gestiegenen Erfordernisse an methodische und soziale Kompetenzen nicht mitgehen. Hier sind die Unternehmen gefordert, diese Führungskräfte dort abzuholen, wo sie stehen geblieben sind.

In der Versicherungswirtschaft wurden über viele Jahre überwiegend Juristen gesucht. Heute stehen die kühlen Rechner im Vordergrund. Wie eng ist der Faktor Zeit an spezifische Qualifikationsprofile gekoppelt?

Eine solche Vorgehensweise halte ich für falsch. Unabhängig von…