Erschienen in Ausgabe 1-2016Märkte & Vertrieb

„Sicherheit ist ein Exportartikel“

HDI-Industrie-Chef Christian Hinsch über Untiefen in der Auslandsexpansion

Von Christoph BaltzerVersicherungswirtschaft

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Versicherungswirtschaft: Aus welchem Land kommen Sie gerade?

Christian Hinsch: Aus Großbritannien.

Was haben Sie dort gemacht?

Ich habe Geschäftspartner getroffen und außerdem unsere Niederlassung in London besucht.

Wie laufen die Geschäfte?

In Großbritannien für uns recht gut. Es gibt ja immer zwei Hauptkomponenten: Wachstum und Ertrag. Wir sind, was das Wachstum angeht, nicht unzufrieden. Wir haben einige interessante neue Projekte dort. Und auch der Ertrag ist im laufenden Jahr bisher passabel.

In wie viele Länder sind Sie im vergangenen Jahr gereist?

Zwölf oder dreizehn, schätze ich.

Hat sich das Ansehen Deutschlands in den vergangenen Jahren verändert?

Wenn man die Linse weiter aufzieht und weiter zurückschaut, dann kann ich sagen: Deutschlands Image im Ausland hat sich enorm verbessert. 1979/1980 habe ich in den USA studiert. Damals habe ich durchaus noch Ressentiments und Skepsis wahrgenommen. Heute wird uns wirklich mit viel Respekt begegnet, in Europa und auch außerhalb Europas. Wenn man speziell auf unsere Branche schaut, dann glaube ich, dass wir mit den Tugenden, die den Deutschen zugerechnet werden, einen positiven Rückenwind im Ausland haben.

Und dieses Image hat durch die VW-Affäre keinen Kratzer bekommen?

Nein. Menschen, die in der Wirtschaft unterwegs sind, sehen solche Dinge in einem Gesamtkontext und relativ sachlich. Die wissen ganz genau, so schlecht das ist, was dort gemacht wurde, dass es immer auch interessierte Gruppen gibt, die aus welchen Gründen auch immer ein Interesse daran haben, dass das Thema nicht zu schnell wieder in den Hintergrund tritt.

Versicherung made in Germany, ist das ein Exportprodukt?

Ja, absolut. Man kann sowohl bei den Rückversicherern als auch bei den Erstversicherern konstatieren, dass deutsche Player auf dem Weltmarkt eine stärkere Stellung haben, als es der Größe des Landes entspricht. Versicherung scheint uns Deutschen zu liegen. Tugenden wie Verlässlichkeit und Sicherheit sind ein Exportartikel.

Und das kann man auch problemlos in anderen Ländern umsetzen?

Das hängt von den Regeln in den jeweiligen Ländern ab. Was man versichern kann, wer das versichern darf, welche Zulassungen er dafür haben muss und ob man Rückversicherung exportieren kann, solche Fragen werden in nationalen Gesetzen geregelt. Es gibt eine ganze Reihe von Ländern, die Restriktionen geschaffen haben. Sie wollen ausländische Konkurrenz außen vor halten, um ihre heimische Versicherungswirtschaft zu schützen und zu entwickeln.

Welche Länder sind