Erschienen in Ausgabe 1-2016Märkte & Vertrieb

Unbeschränktes Anlageuniversum

Die neu geschaffenen Spezial-AIF bieten Versicherern sehr viel Freiräume

Von Dirk HasselbringVersicherungswirtschaft

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In der andauernden Phase niedriger Zinsen nimmt die Bedeutung alternativer Investments zu. Immobilienfonds stehen dabei unverändert auf dem Anlage-Radar vieler Versicherungen. Zumal sich zwei Jahre nach Inkrafttreten des Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB) der Markt zu konsolidieren scheint und erste Produkt-Neuheiten etablieren. Zu den „Neuen“ gehört der „geschlossene Spezial-AIF“ (Alternativer Investment Fonds). Ein breites Anlagespektrum und geringere regulatorische Vorgaben machen ihn interessant – trotz oder gerade im Rahmen von neuer Anlageverordnung und Solvency II.
Die Anlageverordnung wurde vom Bundeskabinett zusammen mit der inhaltsgleichen Pensionsfonds-Kapitalanlageverordnung vor knapp einem Jahr verabschiedet. Mit der Überarbeitung wurden beide an die Vorgaben des KAGB angepasst und die Vorschriften aus dem Versicherungsaufsichtsgesetz konkretisiert.

Hohe regulatorische Flexibilität

Definiert werden darin die Anlagegrundsätze für das gebundene Vermögen von Versicherungsunternehmen mit weniger als fünf Millionen Euro Beitragsaufkommen pro Jahr und von Pensionskassen. Auch für eine Vielzahl von Versorgungswerken wird die Anlageverordnung bestimmend bei der Allokation von Investments sein. Das Wichtigste aus Investorensicht: Von der geänderten Verordnung profitiert der geschlossene Spezial-AIF, denn das Vehikel ist nunmehr den offenen Spezialfonds gleichgestellt und damit Teil der Immobilienquote, soweit er unmittelbar oder mittelbar in Immobilien investiert. Im ersten Entwurf des Bundesfinanzministeriums war er dies noch nicht, und das Produkt drohte für weite Anlegerkreise uninteressant zu werden.
Mit den seit Februar 2015 im Rahmen der Anlageverordnung abgesicherten gesetzlichen Rahmenbedingungen im Rücken kann es der geschlossene Spezial-AIF nunmehr als bislang einzige echte Produkt-Innovation infolge des KAGB insbesondere kleineren Versicherungen und Pensionskassen ermöglichen, die Vorteile geschlossener Konzepte auszuschöpfen und seine Pluspunkte gegenüber offenen Spezial- und geschlossenen Publikums-AIF auszuspielen.
So lassen zunächst einmal die Rahmenbedingungen, die das KAGB für geschlossene Spezial-AIF vorgibt, großen Spielraum bei der Gestaltung des Investments. Bis auf die Anforderung an die Bewertbarkeit der gehaltenen Assets beinhalten die Vorschriften keine spezifischen Einschränkungen hinsichtlich Anlagestrategie und Portfoliogestaltung – eine gute Voraussetzung, um individuelle Investmentlösungen zu entwickeln. Zudem sind bei der…