Erschienen in Ausgabe 1-2016Märkte & Vertrieb

Besser geht’s nicht mehr

Nach den sehr guten Jahren 2014 und 2015 wächst in der Schadenversicherung der Preisdruck

Von Christoph BaltzerVersicherungswirtschaft

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Die deutschen Schadenversicherer gehen gut gerüstet in die bevorstehende Weichmarktphase. Seit 2011 steigen die Beitragseinnahmen der Schadenversicherer, doch das Wachstum fällt immer geringer aus. Nach den Bafin-Statistiken legten die Beitragseinnahmen (brutto) im Jahr 2014 um 2,7 Prozent zu. In den Vorjahren schwankten die Wachstumsraten zwischen 3,6 (2013) und 5,4 (2012) Prozent. Die Rating-Agentur Fitch wertet das als Anzeichen für einen sich abschwächenden Markt. „Wir glauben, dass das Prämienvolumen in den Jahren 2016 und 2017 ansteigen wird, allerdings wird sich das Marktwachstum abschwächen“, schreibt die Agentur. Fitch ratet 15 Versicherungsunternehmen in Deutschland aus acht Versicherungsgruppen. Alle Schadenversicherer haben einen stabilen Ausblick. Die Ratings liegen zwischen A- (Generali) und AA (Allianz). „Die Wahrscheinlichkeit, dass die Preise nachgeben, hat sich stark erhöht“, schreibt Fitch. In der Kfz-Versicherung werden die Preise spätestens im Frühjahr nachgeben.
2014 und 2015 waren ausgesprochen gute Schadenjahre. Außer dem Sturm Ela (9.6.2014) und dem Sturzregen in Münster (28.7.2014) gab es nur vereinzelte und kleine Schäden durch Naturkatastrophen. „Hagel- und Sturmschäden haben in der vergangenen Dekade zugenommen“, konstatiert Fitch. 2015 lagen die Katastrophenschäden aber unter den einkalkulierten Budgets. Die sintflutartigen Regenfälle in Münster Ende Juli 2014 bekam die Westfälische Provinzial zu spüren. Ganz gegen den Trend verschlechterte sich bei dem Münsteraner Versicherer im Jahr 2014 die Schadenquote von 68,9 auf 77,1 Prozent (Tabelle). Trotz des Sommersturms Ela mit geschätzten Marktschäden von 600 Mio. Euro kam die Provinzial Rheinland glimpflich davon. Die Schadenquote blieb bei den Düsseldorfern sogar unter dem Marktschnitt.
Die Schadenversicherer gehen in die bevorstehende schwächere Marktphase aus einer Position der Stärke. Die Solvabilität steigt laut Bafin auf 311 Prozent des geforderten Mindestniveaus, die Reserven sind prall gefüllt. Auf 92,2 Mrd. Euro summieren sich die Rückstellungen, davon 2,4 Mrd. Euro in den Schwankungsrückstellungen. Daraus erzielten die Schadenversicherer im Jahr 2014 ein Abwicklungsergebnis von 5,4 Mrd. Euro, so hoch wie seit langem nicht mehr. Die Schwankungsrückstellung war im Katastrophenjahr 2013 deutlich zurückgegangen, wird aber in diesem Jahr weiter aufgefüllt werden, sollten nicht erneut Katastrophen dem in die Quere kommen.
In kaum einer Sparte steigen die Beitragseinnahmen so…