Erschienen in Ausgabe 1-2016Unternehmen & Management

Eleganz, die unaufdringlich führt

Der modische Auftritt von Frauen auf den Top-Etagen prägt Szene und Erscheinungsbild der Unternehmen

Von Stephanie GrupeVersicherungswirtschaft

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Mit der Frauen-Quote wird auch modisch auf den Top-Etagen eine neue Zeitrechnung beginnen. Frauen werden die Männerwelt visuell aufbrechen. Mehr Farbe, mehr weibliche Silhouetten, mehr sichtbare Frauen-Power ist angesagt.
Seit den 90er Jahren, in denen Frauen mit Karrierewillen und -erfolg sich weithin einer männlich geprägten Kleiderordnung anpassten, haben sie sich heute von diesem androgynen Erscheinungsbild emanzipiert. Auch im Big Business darf Frau heute Frau bleiben und modisch feminine Akzente setzen. Dabei herrschen indes unausgesprochene Regeln, um bei aller Weiblichkeit professionell und kompetent zu wirken. Es gibt eine feine Trennlinie zwischen einem authentisch femininen Auf- und einem modischen Fehltritt – zwischen einer selbstbewusst weiblichen Inszenierung und einem Paradiesvogel im männlichen Gehege. Und auch die Manager-Kollegen müssen lernen damit umzugehen. Komplimente alter Galanterieschule („Das Kleid steht Ihnen aber besonders gut“) ernten bestenfalls kühl lächelndes weibliches Pokerface.
Unternehmen sollten diese neue Herausforderung des Einzugs und der Dauerwirkung weiblicher Führungskräfte nicht unterschätzen. Denn die fachliche Durchsetzungskraft des Top-Managements korreliert nicht unerheblich mit einem authentischen, stilvollen Erscheinungsbild des Unternehmens insgesamt. Das gilt ebenso – und das schon länger – aufgrund der allgegenwärtigen Medienpräsenz auch für die Repräsentanz der Herren Manager.
Auch für sie gilt: Das persönliche Erscheinungsbild ist ein wertvolles Gut für die überzeugende, stimmige Ausstrahlung nach innen und außen. Unternehmen sind also gut beraten, die strategischen Aspekte des anstehenden Kulturwandels in der Top-Etage zu sehen und auch in modischer Hinsicht zu begleiten. Zudem hat sich gezeigt, dass in den Unternehmen die visuelle Präsenz von Frauen in Führung auch auf einen bewussteren Auftritt ihrer männlichen Kollegen Rückwirkungen hat.

Unabkömmlich: Qualität und Eleganz

Frauen im Top-Management haben solche planvolle modische Balance auf ihrem Karriereweg trainieren können. Sie haben so das Balancegefühl für eine Gratwanderung erlangt, um auf dem Management-Parkett in den vielfältigen Situationen selbstsicher, persönlichkeits- und typgerecht zu agieren.
Grundregel generell ist: An Eleganz und Qualität kommen weder der Habitus von Managern noch Managerinnen in der visuell betonten Öffentlichkeitsgesellschaft von heute vorbei. Die Kunst, zugleich zeitlos und zeitgemäß zu sein, aber nicht zu…