Erschienen in Ausgabe 1-2016Köpfe & Positionen

Modernisierung ist möglich

Auf der Fachkonferenz der IT-Beratung Sollers in Warschau diskutierten internationale Manager über Geschwindigkeit und Digitalisierung

Von Christoph BaltzerVersicherungswirtschaft

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Die digitale Revolution schwappt mit Macht über die Versicherer und stellt die Organisationsstrukturen der Versicherer in Frage. Das hohe Innovationstempo der Fintechs ist für die Versicherer eine echte Herausforderung. „Es fällt schwer innovativ zu sein, wenn Time to Market eines Produktes länger als zwölf Monate dauert“, sagt Michal Trochimczuk. Der 44-jährige Pole ist Managing Partner von Sollers Consulting, einer IT-Beratung, die vor fünfzehn Jahren aus einem Zusammenschluss von früheren Andersen-Leuten entstanden ist.
Mit über 260 Mitarbeitern betreut das auf Front-End-Implementierung und Bestandssysteme (darunter Guidewire) spezialisierte Unternehmen weltweit 70 Versicherer. Zusammen mit Guidewire begrüßte Sollers am 7. Dezember mehr als 220 Gäste zur Konferenz „Innovation in Insurance“ im Warschauer Hotel Inter Continental. Dort präsentierten Zurich, Aviva, Basler und P&V IT-Projekte, die sie mit Sollers Consulting umgesetzt haben. Die Versicherer kamen aus elf Ländern, darunter Großbritannien, USA, Deutschland, Schweiz, Polen, Ungarn und Belgien. Auch PZU-Chef Andrzej Klesyk wollte auf der Konferenz sprechen, wurde aber kurzfristig von der neuen polnischen Regierung seines Amtes enthoben und musste absagen.

Es bleibt bei Insellösungen

Die Versicherer suchen nach Antworten auf die Erneuerungswellen aus dem Silicon Valley, doch meist bleibt es bei Insellösungen. „Der Online-Service ist häufig schlechter als der Offline-Service, überall auf der Welt“, berichtete Marcus Ryu, CEO von Guidewire. Der Software-Anbieter aus dem Süden von San Francisco hat Kunden in mehreren Ländern zu Service-Wünschen im Versicherungsbereich befragt. Nirgendwo können die Versicherer mit den Services der etablierten Online-Händler mithalten, ergab die Studie.
„Die größte Limitation ist die geringe Flexibilität der Podukte und das ist eingeschrieben in die Systeme“, merkte Guidewire-Chef Ryu an. „Die alten Systeme waren vor 14 Jahren nicht gut und das ist heute noch der Fall.“ Aktuell stellt die Zurich Deutschland auf Guidewire um. Ziel ist es, Komplexität zu reduzieren und Kosten zu senken. Das Projekt wird mindestens zwei Jahre dauern. „Wir haben alle das gleiche Problem und es gibt nur eine Lösung, Komplexität reduzieren“, sagte Horst Nussbaumer, COO der Zurich Deutschland.
Immer mehr Versicherungsmanager sind von den Potenzialen von Big Data und Telematik überzeugt. „Wir nutzen viele Kundendaten nicht, die wir haben, weil wir es nicht können“, sagte Anna Fleming…